Pfund-Schwäche: Briten wollen Mindestlohn heben

Pfund-Schwäche: Briten wollen Mindestlohn heben

, aktualisiert 23. November 2016, 03:18 Uhr
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Vor der Victoria Station in London: Die britische Regierung plant Maßnahmen, um die Brexit-Folgen zu lindern.

Quelle:Handelsblatt Online

Großbritannien ringt mit den Folgen des Brexit. Erst am Montag hatte Premierministerin May Steuersenkungen angekündigt, mit denen sie Unternehmen im Land halten will. Nun bedenkt sie auch Geringverdiener.

LondonDie britische Regierung will die Brexit-Folgen für Geringverdiener durch eine Anhebung des Mindestlohns abmildern. Finanzminister Philip Hammond wird nach Angaben seines Büros am Mittwoch bei der ersten detaillierten Darlegung der Wirtschaftspläne der neuen Regierung um Premierministerin Theresa May eine Aufstockung des Mindestlohns um 30 Pence auf 7,50 Pfund (8,75 Euro) pro Stunde bekanntgeben.

Auch sollen Geringverdiener bei der Besteuerung ihres Einkommens etwas besser gestellt werden als zuletzt geplant. Damit sollen die Folgen der steigenden Inflation abgefedert werden, die durch die Schwäche des britischen Pfundes nach der Entscheidung zum Austritt aus der EU eingetreten ist.

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Hammond wird seinem Haus zufolge zudem die Linie vertreten, dass der beste Weg zur Anhebung des Lebensstandards eine starke Haushaltsdisziplin und die Steigerung der geringen Produktivität ist. Sein Vorgänger George Osborne hat das Haushaltsdefizit seit 2010 von zehn auf vier Prozent gedrückt und eigentlich sollte 2020 ein Überschuss stehen.

Das Ziel hat Hammond aber gekippt. Gleichwohl hat er angekündigt, bei den Ausgaben diszipliniert zu sein. Dennoch gehen Ökonomen davon aus, dass die Regierung vor allem wegen der Brexit-Folgen in den kommenden fünf Jahren etwa 100 Milliarden Pfund mehr an neuen Krediten aufnehmen muss als noch im März gedacht.

Premierministerin May hatte erst am Montag angekündigt, die Steuern für Unternehmen im Land deutlich zu senken und damit die Firmen im Land halten zu wollen. Viele in Großbritannien beheimatete Unternehmen befürchten Nachteile durch den geplanten Austritt aus der EU.

Quelle:  Handelsblatt Online
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