Politiker aus Montenegro festgehalten: Russland rächt sich für EU-Sanktionen

Politiker aus Montenegro festgehalten: Russland rächt sich für EU-Sanktionen

, aktualisiert 30. Mai 2017, 00:15 Uhr
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"Betreten verboten"-Schild vor dem Transitbereich des Moskauer Flughafens: Für einen Politiker aus Montenegro endete dort die Reise.

Quelle:Handelsblatt Online

Russland zürnt: Montenegro unterstützt EU-Sanktionen und will Ende Juni der Nato beitreten. Nun wurde ein Politiker aus Montenegro in Moskau am Flughafen festgesetzt – und Russland spricht offen von Vergeltung.

PodgoricaEin führender Politiker der regierenden Sozialisten in Montenegro ist nach eigenen Angaben auf dem Moskauer Flughafen festgehalten worden. Der Abgeordnete Miodrag Vukovic sagte, er habe über Nacht in der Transitzone festgesessen. Er halte dies für einen politisch motivierten Schritt. Vukovic kehrte am Montag nach Montenegro zurück.

Die Regierung des Balkanlandes erklärte, Vukovic habe in Moskau in einen Flug nach Weißrussland umsteigen wollen, sei aber von den Behörden daran gehindert worden. Das sei ein Bruch grundlegender internationaler Regeln und diplomatischer Gepflogenheiten.

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Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sagte, es handle sich um Vergeltungsmaßnahmen für Sanktionen, die die EU nach der Annexion der Krim verhängt hatte. Montenegro habe sich diesen Schritten angeschlossen. Russland behalte sich dafür Vergeltung vor.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind gespannt, weil Montenegro Ende Juni der Nato beitreten will. Russland hat deswegen mit wirtschaftlichen und politischen Vergeltungsschritten gedroht. Montenegros Regierung wirft Moskau vor, hinter einem Putschversuch im Oktober gestanden zu haben. Russland bestreitet das.

Quelle:  Handelsblatt Online
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