Politiker: Israels Ex-Regierungschef Scharon gestorben

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Politiker: Israels Ex-Regierungschef Scharon gestorben

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Der seit Jahren im Koma liegende frühere israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren.

Er starb nach langem Todeskampf im Kreise seiner Familie: Israels früherer Regierungschef Ariel Scharon ist tot. Präsident Peres würdigt den alten Kämpfer als einen der wichtigsten Architekten des Landes.

Der frühere israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist tot. Nach acht Jahren im Koma starb er am Samstag im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus bei Tel Aviv. „Mein lieber Freund, Ariel Scharon, hat heute seinen letzten Kampf verloren“, erklärte Präsident Schimon Peres. „Ariel war ein tapferer Soldat und kühner Führer, der seine Nation liebte und sein Land liebte ihn.“

Der frühere Politiker und Militär hatte 2006 einen Schlaganfall erlitten und seither im Koma gelegen. Er hatte seit Tagen mit dem Tode gerungen. Seine engste Familie harrte seit mehr als einer Woche an seinem Krankenbett in einer Spezialklinik in Tel Haschomer aus. Zuletzt hatten die Ärzte von multiplen Organschädigungen berichtet. Klinikleiter Zeew Rothstein hatte zuletzt erklärt, der ehemalige Regierungschef kämpfe „wie ein Löwe“ um sein Leben.

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„Er ist von uns gegangen. Er ist gegangen, als er sich entschieden hatte zu gehen“, sagte Scharons Sohn Gilad nach Angaben des israelischen Internetportals ynetnews.com. Scharon wäre am 27. Februar 86 Jahre alt geworden.

Scharon war von 2001 an fünf Jahre lang Regierungschef. Der als Kriegsheld verehrte Politiker setzte 2005 den einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen durch. Nach Streit mit den alten Weggefährten verließ Scharon den von ihm mitbegründeten rechtsorientierten Likud und gründete 2005 die Partei der Mitte, Kadima.

Präsident Peres würdigte Scharon als einen der größten Beschützer und wichtigsten Architekten Israels, der keine Furcht gekannt habe. Er habe gewusst, wie schwierige Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen gewesen seien. „Wir alle liebten ihn, und er wird eine große Lücke reißen“, erklärte Peres. „Ich spreche der Familie Scharon mein Beileid aus, möge er in Frieden ruhen.“

Der Sohn jüdischer Einwanderer aus Osteuropa war während seiner langen Karriere in Armee und Politik von Anhängern verehrt, aber von Gegnern gefürchtet und gehasst. Sein legendäres Stehvermögen in politischen Auseinandersetzungen brachten ihm den Spitznamen „Bulldozer“ ein.

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Den Bau israelischer Siedlungen in den 1967 besetzten arabischen Gebieten unterstützte Scharon anfangs massiv. Im kollektiven Gedächtnis der Araber wird Scharon wohl immer der „Schlächter von Beirut“ bleiben. Während des Libanon-Krieges hatten mit Israel verbandelte libanesische Milizen 1982 ein Massaker an Hunderten Palästinensern in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila begangen. Eine israelische Kommission attestierte dem damaligen Verteidigungsminister Scharon indirekt eine Mitschuld. Der Ex-General musste 1983 sein Amt räumen.

Zum Ende seiner politischen Karriere vollzog er den Wandel zum angesehenen und in Israel sehr beliebten Staatsmann. Seine Vision von einer endgültigen Regelung des Konflikts mit den Palästinensern konnte er aber nicht mehr umsetzen. Scharon hinterlässt zwei erwachsene Söhne und mehrere Enkelkinder.

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