Post aus Harvard: Das Dilemma der Fed mit der Inflation

kolumnePost aus Harvard: Das Dilemma der Fed mit der Inflation

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Aufgeblasener Dollar: 2011 erhöhte die Fed die Liquidität des Bankensystems und der US-Wirtschaft durch die „Operation Twist“.

Kolumne von Martin S. Feldstein

Sobald die Wirtschaft in den USA wieder durchstartet, wächst auch die Inflationsgefahr. Viele Banken, die derzeit ihr Geld bei der US-Notenbank Fed parken, könnten ihre Kreditvergabe massiv ausweiten und die Geldmenge erhöhen. Gegenmaßnahmen der Fed drohen an politischem Druck zu scheitern.

In den vergangenen vier Jahren hat die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) enorme Mengen an Liquidität in das Geschäftsbankensystem der USA und damit in die Wirtschaft gepumpt. Viele Beobachter befürchten, dass diese Liquidität in Zukunft zu einem raschen Anstieg des Volumens an Bankkrediten und damit zu einer drastischen Zunahme der Geldmenge führt – was die Inflationsgefahr drastisch erhöhen würde. Wie realistisch ist dieses Szenario?

Fakt ist: Der drastische Anstieg der Fed-Reserven hat bislang die Inflation nicht angeheizt, und prinzipiell könnte die Notenbank ihre Bilanz zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkürzen. Doch diese Rückführung der Liquidität ist politisch schwierig und technisch anspruchsvoll.

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Auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise im Sommer 2008 begann die Fed ihre aggressive Politik der quantitativen Lockerung. Im vorangegangenen Jahrzehnt war das Volumen an Reserven praktisch unverändert geblieben und schwankte zwischen 40 und 50 Milliarden Dollar. Zwischen August und September 2008 verdoppelte sich diese Summe und explodierte ein Jahr später auf 800 Milliarden Dollar. Im Juni 2011 war das Volumen der Reserven auf 1,6 Billionen Dollar angewachsen und ist seitdem auf diesem hohen Niveau geblieben.

Dieser Anstieg führte allerdings nicht zu einem raschen Wachstum der Einlagen bei den Geschäftsbanken, weil die Fed im Oktober 2008 begann, auf diese Reserven Zinsen zu bezahlen. Die Geschäftsbanken können seitdem überschüssige Mittel risikolos bei der Fed deponieren, anstatt sie an private Kreditnehmer zu vergeben. Obwohl die Reserven seit 2008 um das 40-Fache angestiegen sind, wuchs die Geldmenge nur um 25 Prozent.

2011 erhöht die Fed die Liquidität des Bankensystems und der US-Wirtschaft weiter durch die „Operation Twist“. Im Rahmen dieser Maßnahme werden lang laufende Anleihen im Wert von 400 Milliarden Dollar erworben und im Gegenzug kurz laufende Treasuries verkauft. Banken, die diese Kurzläufer halten, können diese jederzeit verkaufen und den Erlös zur Kreditvergabe nutzen. Mit der quantitativen Lockerung und der „Operation Twist“ gelang es der Fed, die kurzfristigen Zinsen zu senken. Die Kombination aus niedrigen Zinsen für alle Fälligkeiten und dem Austausch von kurzfristigen Papieren durch längerfristige Vermögenswerte führte auch zu steigenden Aktienkursen.

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