Post aus Harvard: Risiken für China

kolumnePost aus Harvard: Risiken für China

Bild vergrößern

Martin Feldstein ist Professor an der Harvard-Universität. Der renommierte US-Ökonom schreibt jeden Monat exklusiv für WirtschaftsWoche und wiwo.de

Kolumne von Martin S. Feldstein

China muss und wird die vom Westen seit langem geforderte Aufwertung seiner Währung vorantreiben - auch aus eigenem Interesse. Ein Beitrag von US-Ökonom Martin Feldstein.

Die chinesische Regierung wird den Kurs des Renminbi gegenüber dem Dollar in den kommenden Monaten möglicherweise schneller steigen lassen als im vergangenen Jahr. Während der Finanzkrise war der Wechselkurs eingefroren, wurde aber seit Sommer 2010 wieder gelockert. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Renminbi gegenüber dem Dollar um rund sechs Prozent zugelegt.

Eine raschere Aufwertung des Renminbi würde Chinas Exporte schrumpfen und seine Importe steigen lassen. Andere asiatische Länder könnten ihre Exporte zulasten chinesischer Produzenten ausweiten. Chinas Nachbarn dürfte das gefallen, chinesische Produzenten hingegen wären die Leidtragenden. Warum also sollte Peking eine raschere Aufwertung des Renminbi bewusst zulassen?

Anzeige

Es gibt dafür zwei Gründe: Zum einen verringert eine solche Politik die Risiken im chinesischen Vermögensportfolio, zum anderen dämmt sie die Binneninflation ein. Betrachten wir zunächst die Sorge Pekings über die Risiken, die ihr Portfolio ausländischer Wertpapiere birgt. China besitzt US-Staatsanleihen und andere ausländische Wertpapieren im Wert von etwa drei Billionen Dollar und ist damit zwei klaren Risiken ausgesetzt: der Inflation in den Vereinigten Staaten und in Europa und einer raschen Abwertung des Dollar gegenüber dem Euro und anderen Währungen.

Inflation in den USA oder Europa verringert die Kaufkraft der auf Dollar oder Euro lautenden Anleihen. Selbst wenn sich die Inflationsraten nicht erhöhen, würde ein Wertverfall des Dollars gegenüber dem Euro und anderen ausländischen Währungen die chinesische Fähigkeit zum Kauf europäischer und anderer Produkte verringern. Nachdem der Dollar im vergangenen Jahr gegenüber dem Euro um zehn Prozent (und deutlich mehr gegenüber anderen Währungen) an Wert verloren hat, sind die Befürchtungen der Chinesen durchaus begründet. Die einzige Möglichkeit für China, diese Risiken zu verringern, besteht darin, den Umfang seiner auf ausländische Währung lautenden Wertpapiere zu reduzieren

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%