Post aus Harvard: Was Trumps Steuerpläne bewirken werden

Post aus Harvard: Was Trumps Steuerpläne bewirken werden

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US-Präsident Donald Trump

von Martin S. Feldstein

Die neue US-Regierung plant die erste große Steuerreform in den USA seit drei Jahrzehnten. Was Trump und die Republikaner konkret vorhaben - und was die ökonomischen Folgen sein werden.  

In den USA steht 2017 eine umfangreiche Steuerreform ganz oben auf der Tagesordnung. Das von den Republikanern kontrollierte Repräsentantenhaus hat die Vorbereitungen dafür bereits vor Jahren eingeleitet und detaillierte Pläne zur Überarbeitung des Besteuerungssystems für Einkünfte von Unternehmen und Einzelpersonen vorgelegt. Angesichts einer republikanischen Mehrheit im Senat und eines republikanischen Präsidenten im Weißen Haus können diese Pläne nun als Grundlage für legislative Maßnahmen dienen.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die vorgeschlagene Reform der Unternehmensbesteuerung. Diese könnte sich die Unternehmensinvestitionen ankurbeln und  für einen Anstieg der Produktivität und des gesamtwirtschaftlichen Wachstums sorgen. Außerdem werden die neuen Steuerregeln erhebliche Auswirkungen auf ausländische Volkswirtschaften haben.

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Das Steuerpaket besteht aus vier zentralen Komponenten.

Trumps Steuerpläne Trumps neues US-Steuersystem mit deutschem Einschlag

Der designierte US-Präsident will die Steuern kräftig senken und dafür Schlupflöcher schließen. Dabei nimmt er Anleihen beim deutschen Recht.

Donald Trump in Manchester, New Hampshire, U.S. Quelle: REUTERS

Niedrigerer Steuersatz auf Gewinne:  Der aktuelle Steuersatz von 35 Prozent ist der höchste unter allen Industrieländern. Die Republikaner im Repräsentantenhaus und die Trump-Administration planen, diesen Steuersatz zu halbieren.  Gegenwärtig entsprechen die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Nach der Steuersenkung würden diese Einnahmen auf Grundlage der heutigen wirtschaftlichen Situation auf etwa ein Prozent vom BIP (190 Milliarden Dollar pro Jahr) sinken. Der daraus resultierende Anstieg der Investitionen würde allerdings das Wachstum ankurbeln und damit den Einnahmenverlust verringern. Die Republikaner im Kongress, die eine aufkommensneutrale Steuerreform vorziehen, würden dennoch vor einer Herausforderung stehen.

Territoriales Steuersystem für ausländische Tochtergesellschaften amerikanischer Unternehmen:  In keinem anderen Industrieland unterliegen wie in den USA rückgeführte Gewinne ausländischer Tochtergesellschaften dem vollen einheimischen Steuersatz (unter Berücksichtigung der im Ausland entrichteten Steuern). So bezahlt eine US-Firma, die in Irland einen Gewinn erwirtschaftet, 12 Prozent Steuern an den Staat Irland ­- und müsste in den USA zusätzlich 23 Prozent auf sämtliche rückgeführte Gewinne bezahlen. Wenig überraschend entscheiden sich US-Firmen daher lieber, ihre Gewinne im Ausland zu horten. Die Reformpläne sehen nun vor, dass sämtliche von US-Unternehmen im Ausland erwirtschafteten künftigen Gewinne ohne zusätzliche Steuern rückgeführt werden könnten. Die im Ausland angehäuften Gewinne von 2,1 Billionen Dollar würden einer einmaligen Steuer von etwa zehn Prozent unterliegen, die über mehrere Jahre verteilt bezahlt werden kann.

Cashflow-Unternehmensteuer:  Diese  erlaubt Unternehmen, sämtliche Investitionen in Anlagen und Ausrüstungen sofort steuerlich geltend zu machen, anstatt die Kosten über Jahre verteilt abzuschreiben. Es bedeutet ferner, dass Zinskosten für neu aufgenommene Schulden nicht mehr abzugsfähig sind. Damit würde man die Gefahr hoher Schuldenquoten senken sowie Schulden und Eigenkapital auf eine gleiche Basis stellen. Ich bezweifle allerdings, dass der Kongress diesen Reformschritt tatsächlich umsetzen wird. Denn die operativen Details sind kompliziert. Wann ist ein Kredit ein neuer Kredit und wann lediglich die Fortsetzung einer bestehenden Kreditlinie? Was passiert, wenn die Unternehmen dazu übergehen, Betriebsmittel nicht mehr durch Kredite zu finanzieren, sondern über Leasing? 

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