Präsidentschaftsrennen: US-Republikaner Cain legt Kampagne auf Eis

Präsidentschaftsrennen: US-Republikaner Cain legt Kampagne auf Eis

, aktualisiert 04. Dezember 2011, 15:43 Uhr
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Kandidatur ausgesetzt: Herman Cain

Quelle:Handelsblatt Online

Der US-Republikaner Herman Cain hat nach Gerüchten um eine außereheliche Affäre seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur ausgesetzt. Das gab der 65-Jährige vor Anhängern in Atlanta bekannt.

AtlantaDas Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner läuft nach dem Rückzug von Herman Cain auf ein Duell zwischen Newt Gingrich und Mitt Romney hinaus. Einen Monat vor Beginn der Vorwahlen, bei denen die Republikaner den Herausforderer von Präsident Barack Obama ermitteln, strich Cain am Wochenende nach immer neuen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens die Segel. Der 65-jährige ehemalige Chef einer Pizza-Kette galt trotz seiner zuletzt einbrechenden Umfragewerte als potenziell härtester Konkurrent des Polit-Veteranen Gingrich und des Wirtschaftsexperten Romney. Die anderen Bewerber lagen zuletzt in der Gunst der Wähler deutlich hinter dem Trio. Allerdings sind zahlreiche Befragte nach wie vor unentschieden, weshalb weitere Überraschungen nicht auszuschließen sind. 

Cain wies erneut alle Vorwürfe als „falsch und unbewiesen“ zurück. Allerdings habe sich „eine Wolke des Zweifels“ über seiner Kampagne festgesetzt, sagte der einzige afroamerikanische Bewerber der Republikaner vor völlig konsternierten Anhängern am Samstag in Atlanta, wo er eigentlich feierlich sein Wahlkampf-Hauptquartier eröffnen wollte. Die „anhaltenden Ablenkungen und anhaltenden Verletzungen“ hätten ihn dazu bewogen, das Handtuch zu werfen. 

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Noch vor wenigen Wochen hatte Cain sich mit umstrittenen, aber griffigen Formeln zur Rettung der USA aus der Wirtschaftskrise völlig überraschend an die Spitze des Bewerberfelds katapultiert. Doch dann meldeten sich immer mehr Frauen zu Wort, die ihm sexuelle Belästigung vorwarfen. Vor wenigen Tagen erklärte schließlich eine Unternehmerin, sie habe 13 Jahre lang eine Affäre mit dem verheirateten Cain gehabt. Der Beschuldigte wies auch dies als unwahr zurück. Doch nach einem Gespräch mit seiner Frau am Freitagabend verkündete er am Samstag mit ihr an seiner Seite seinen Rückzug. 

Cain ließ offen, wen aus dem verbliebenen Bewerberfeld er empfehlen würde. Einer gemeinsamen Umfrage von Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos zufolge dürften Gingrich und Romney am meisten vom Ausscheiden Cains profitieren. Ernst wird es am 3. Januar beim so genannten Caucus in Iowa. Dieser eröffnet den Vorwahl-Reigen, bei dem die Republikaner den Kandidaten finden wollen, mit dem sie Obama bei der Präsidentschaftswahl im kommenden November das Weiße Haus abjagen. Die am Samstag veröffentlichte jüngste Umfrage der Tageszeitung „The Des Moines Register“ sieht Gingrich in Iowa deutlich in Führung. Für den ehemaligen Präsidenten des US-Repräsentantenhauses entschieden sich 25 Prozent der befragten Republikaner, die an der Abstimmung teilnehmen wollen. Ende Oktober waren es nur sieben Prozent gewesen. Die Urwahl in Iowa gilt zwar nicht als vorentscheidend, aber doch als richtungsweisend. 2008 wurde sie bei den Demokraten von dem bis dahin kaum bekannten damaligen Senator Barack Obama gewonnen. Bei den Republikanern siegte Mike Huckabee, der später aber John McCain weichen musste. Der „Des Moines Register“ hatte den Ausgang für Iowa korrekt vorausgesagt. 

Hinter Gingrich folgten in der Umfrage der texanische Abgeordnete Ron Paul mit 18 Prozent. Zwei Punkte dahinter lag Romney. Der frühere Gouverneur von Massachusetts kann sich allerdings Hoffnungen machen, nur eine Woche nach der Abstimmung in Iowa im Neuengland-Staat New Hampshire zu triumphieren. Dort schwärmte am Wochenende ein Herr Freiwilliger aus, um direkt bei den Wählern für den Mormonen zu werben. Mehr als 200.000 der insgesamt 1,3 Millionen Einwohner von New Hampshire seien zudem von seinen Helfern bereits telefonisch kontaktiert worden, sagte Romney. Er muss vor allem bei den erzkonservativen Republikanern Boden gutmachen, denen er als zu liberal gilt. Bei einem Auftritt in New Hampshire gab er sich jedoch zuversichtlich, auch die Anhänger der Tea-Party-Bewegung von sich überzeugen zu können. Gingrich sei in Ordnung, habe aber viel Zeit in Washington verbracht. „Das kommt bei der Tea Party nicht gerade gut an.

Quelle:  Handelsblatt Online
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