Präsidentschaftswahl: Historischer Wahltag in Mexiko

Präsidentschaftswahl: Historischer Wahltag in Mexiko

Bild vergrößern

Wie ganz Mexiko tritt auch die Stadt Puebla sehr dynamisch auf: Mit gesenkten Bürokratiekosten und europäischen Unternehmen.

von Alexander Busch

Historischer Wahltag in Mexiko: Mit einem klaren Sieg hat sich die alte Machtpartei PRI zurückgemeldet. Die Mexikaner hoffen auf bessere Zeiten und ein Ende der Gewalt. Doch der Drogenkrieg macht Unternehmen Sorgen. Kann der neue Präsident das ändern?

Mit seinem gegelten Haar und dem starken Kinn erinnert Rafael Moreno an den Zorro-Darsteller Antonio Banderas. Auch in seinem Amtssitz in Puebla, zwei Autostunden südöstlich der mexikanischen Hauptstadt, setzt sich der Gouverneur in Szene: Von seinem Hofstaat umschwirrt, betritt er den holzgetäfelten Konferenzsaal. "Wir vergleichen uns mit China und Brasilien", sagt der Chef von fünfeinhalb Millionen Einwohnern.

Die Ausgaben seiner Bürokratie habe er um ein Drittel gesenkt. SAP-Systeme würden heute überall eingesetzt, E-Governance sei inzwischen Alltag für die Bürger in Puebla. Gegen die wachsende Kriminalität gründete er eine eigene Polizeischule, in der US-Ranger ausbilden. Weil der staatseigene Ölkonzern Pemex in seiner Provinz Ölvorräte vermutet, bilden die Universitäten bereits Ölingenieure aus. Morenos nächstes Ziel: Er versucht, den deutschen Automobilhersteller Audi nach Puebla zu locken, der in Mexiko den Geländewagen Q5 bauen und exportieren will – eine Milliardeninvestition.

Anzeige

Dynamisch und Hoffnungsvoll

Auch mit BMW habe man schon über einen Standort gesprochen, erwähnen seine Mitarbeiter. Ihr fließendes Deutsch haben sie auf der lokalen Humboldtschule gelernt. "Nichts mache ich ohne Strategie", sagt Moreno, das habe er als Investmentbanker bei der Dresdner Bank in New York gelernt. "Banking ist eine gute Schule für einen Politiker, und Wall Street 75 war mein Arbeitsplatz", erklärt der Zögling eines alteingesessenen Politikerclans. Dann landet ein schwarzer Hubschrauber und bringt ihn zu seinem nächsten Termin.

Dynamisch und hoffnungsfroh wie Moreno geben sich derzeit viele in Mexiko. Überraschend unbeschadet hat die nach Brasilien zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas die Wirtschaftskrise seit 2009 überstanden – trotz der großen Abhängigkeit vom kriselnden Absatzmarkt USA. Die ausländischen Direktinvestitionen, die Exporte, die Industrie – alles wächst stärker als noch vor Kurzem erwartet. "Mexiko erntet nun die Früchte von fast eineinhalb Jahrzehnten Stabilität", sagt Johannes Hauser von der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer.

Tequila-Krise ist überwunden

Tatsächlich steht Mexiko, das 1982 eine die Welt erschütternde Schuldenkrise auslöste und 1995 mit seiner Tequila-Krise ganz Lateinamerika an den Rand des Abgrunds brachte, heute erstaunlich solide da – besonders im Vergleich zum krisengeschüttelten Europa und den nur schwach wachsenden USA: Die Leistungsbilanz und der Staatshaushalt sind im Lot. Die Inflation ist gebändigt. Die Devisenreserven decken heute mit 157 Milliarden Dollar den Großteil der Schulden Mexikos im Ausland ab. Ausländische Konzerne investieren jedes Jahr mehr in neue Fabriken und Anlagen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%