
Die letzten Wochen müssen höllisch für ihn gewesen sein. Immer wieder musste der amtierende Präsident Hugo Chávez seine Kampagne unterbrechen. Er blieb dann teilweise für Tage verschwunden. Nicht mal Twittermeldungen verschickte der sonst so gewiefte und leutselige Wahlkämpfer. Einmal brach er in Tränen aus und bemitleidete vor allem sich selbst. Dann wieder hielt er die angekündigte Rede nicht, obwohl seine Wahlkampftruppe bereits die Plätze und Straßen mit Claqueuren gefüllt hatte und die Fernsehsender sich schon auf eine der stundenlangen Live-Schalten des Präsidenten eingestellt hatten. Die setzt Präsident Chávez sonst hemmungslos im Wahlkampf für seine Kandidatur ein. Kein Zweifel: Der 58-jährige Chávez wirkt angeschlagen, obwohl sein Krebsleiden angeblich kuriert sein soll.
Zudem hat Chávez Pech gehabt im Wahlkampf: Meutereien in katastrophal geführten Gefängnissen, einbrechende Brücken, zwei schwere Unglücke in Raffinerien, Stromausfälle im ganzen Land zeigen, wie marode die staatlichen Institutionen sind nach 14 Jahren Regierungszeit mit dem Ziel, den Sozialismus des 21. Jahrhunderts aufzubauen.
Doch es liegt nicht nur an Pech, Pannen und der schlechten Verfassung, dass Chávez erstmals seit Jahren ständig in der Defensive ist. Das liegt auch Henrique Capriles Radonski, seinem Gegenkandidaten. In den Umfragen liegen der 40-jährige Capriles und Chávez dicht zusammen, obwohl in den meisten Umfragen der Amtsinhaber leicht führt.
Bild: REUTERSEr war einer der letzten Freunde Gaddafis, überraschte immer wieder mit Verstaatlichungen und populistischen Sprüchen. Einst sorgte Venezuelas Staatschef Hugo Chavez mit der Ankündigung für Aufsehen, die Goldreserven des Landes von ausländischen Banken zurückzuholen. Wir haben WirtschaftsWoche-Leser im Jahr 2011 auf Facebook gebeten, sich zu überlegen, was Chavez auf den folgenden Bildern denkt oder sagt…
Bild: REUTERSMein Schatzzzz...
Noch ein paar Barren und ich koennte eine Antifaschistische Mauer bauen!
Wenn ich meinen Friseur nochmal zu Gesicht bekomme, erschlage ich ihn hiermit!
3,2,1 meins :-)

Brumm brumm brumm...
Ich brauche einen neuen Mercedes...
Er rechnet... das sind Schulaufgaben der 5. Klasse. Eine rote Limousine fährt mit 50km/h von A nach B ein roter Minivan fährt mit 80km/h von B nach A , wieviele Äpfel sind im Kofferraum des Vans...
Jetzt wo ich nen SUV hab - schieb ich die Kiste über die Klippe!
"Dich nehme ich heute abend mit in die Badewanne. Mal sehen ob du tatsächlich die Farbe änderst, wenn du mit Wasser in Berührung kommst!"

2. Platz im Teddy Savalas Lookalike-Wettbewerb
...ich glaub heut werd ich einfach mal zwei Dinge verstaatlichen.
Ey das da drüben ist doch der Ackermann!

La Cucaracha Besaaaame mucho...
Fiesta Mexikana!
Marmor Stein und Eisen bricht...
Yo soy un cabrooooooon
Vielen Dank an Nico Hickel, Don Speer, Christoph Reindl, Denis Barthel, Rita Klein, Christian Westphalen, Jan Hoppe, Rico Stock,
Siegrid Raubach, Konrad Gogsch, Andreas Biebrach, Frederick Wandschneider, Marco Kuhlmann und Stefan Haah.
Er war einer der letzten Freunde Gaddafis, überraschte immer wieder mit Verstaatlichungen und populistischen Sprüchen. Einst sorgte Venezuelas Staatschef Hugo Chavez mit der Ankündigung für Aufsehen, die Goldreserven des Landes von ausländischen Banken zurückzuholen. Wir haben WirtschaftsWoche-Leser im Jahr 2011 auf Facebook gebeten, sich zu überlegen, was Chavez auf den folgenden Bildern denkt oder sagt…
Gefeiert wie ein Popstar
Der Kontrast zwischen den beiden Kandidaten könnte kaum größer sein: Als wollte er seinen guten Gesundheitszustand beweisen, bewegt sich der agile, drahtige Gouverneur im Wahlkampf oft im Laufschritt durch die Slums und Wohnviertel. Nachdem der Anwalt bei landesweiten Vorwahlen im Februar die Opposition erstmals mit einem klaren Votum hinter sich vereinen konnte, ist seine Popularität stetig gewachsen. Zwar tritt Capriles, dessen Großeltern aus Polen vor dem Holocaust nach Venezuela flohen und dort eine Kinokette aufbauten, für eine liberale Mittepartei „Primero Justicia“ an. Er bezeichnet sich jedoch trotz seiner bürgerlichen Herkunft als modernen Linken. Sein Vorbild ist der brasilianische Ex-Präsident Lula. Capriles hat schon vor den acht Monaten Wahlkampf bewiesen, dass er politisch durchsetzungsfähig ist. Er wurde 1998 als jüngster Abgeordneter des Landes schließlich sogar Vize-Präsident des Parlaments. Als Bürgermeister eines Distrikts der Hauptstadt Caracas konnte er zweimal haushoch gegen Chávez-Kandidaten gewinnen, genauso wie er schließlich 2008 Gouverneur wurde eines wichtigen Bundesstaats.
Capriles genießt in Caracas Popularität wie ein Popstar, seitdem er als Bürgermeister im Dauerstau der Hauptstadt mit dem Motorrad die Baustellen der Präfektur besuchte. Inzwischen wird Capriles vor allem von jungen Frauen angebetet. Da er nicht verheiratet ist, halten sie in seinen Kundgebungen gerne Plakate hoch, um sich als künftige „First Ladies“ anzupreisen.
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