Präsidentschaftswahlen in Venezuela: Hugo Chávez geht die Puste aus

Präsidentschaftswahlen in Venezuela: Hugo Chávez geht die Puste aus

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14 Jahre hat Hugo Chávez Venezuela regiert - Doch mit Henrique Capriles Radonski bekommt er zur diesjährigen Präsidentschaftswahl einen ernstzunehmenden Gegenkanditaten

von Alexander Busch

Der Ölstaat Venezuela ist nach 14 Jahren unter dem sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez abgewirtschaftet. Deswegen könnte nun erstmals der Gouverneur Henrique Capriles Radonski sein Amt übernehmen.

Die letzten Wochen müssen höllisch für ihn gewesen sein. Immer wieder musste der amtierende Präsident Hugo Chávez seine Kampagne unterbrechen. Er blieb dann teilweise für Tage verschwunden. Nicht mal Twittermeldungen verschickte der sonst so gewiefte und leutselige Wahlkämpfer. Einmal brach er in Tränen aus und bemitleidete vor allem sich selbst. Dann wieder hielt er die angekündigte Rede nicht, obwohl seine Wahlkampftruppe bereits die Plätze und Straßen mit Claqueuren gefüllt hatte und die Fernsehsender sich schon auf eine der stundenlangen Live-Schalten des Präsidenten eingestellt hatten. Die setzt Präsident Chávez sonst hemmungslos im Wahlkampf für seine Kandidatur ein. Kein Zweifel: Der 58-jährige Chávez wirkt angeschlagen, obwohl sein Krebsleiden angeblich kuriert sein soll.

Zudem hat Chávez Pech gehabt im Wahlkampf: Meutereien in katastrophal geführten Gefängnissen, einbrechende Brücken, zwei schwere Unglücke in Raffinerien, Stromausfälle im ganzen Land zeigen, wie marode die staatlichen Institutionen sind nach 14 Jahren Regierungszeit mit dem Ziel, den Sozialismus des 21. Jahrhunderts aufzubauen.

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Doch es liegt nicht nur an Pech, Pannen und der schlechten Verfassung, dass Chávez erstmals seit Jahren ständig in der Defensive ist. Das liegt auch Henrique Capriles Radonski, seinem Gegenkandidaten. In den Umfragen liegen der 40-jährige Capriles und Chávez dicht zusammen, obwohl in den meisten Umfragen der Amtsinhaber leicht führt.

Gefeiert wie ein Popstar

Der Kontrast zwischen den beiden Kandidaten könnte kaum größer sein: Als wollte er seinen guten Gesundheitszustand beweisen, bewegt sich der agile, drahtige Gouverneur im Wahlkampf oft im Laufschritt durch die Slums und Wohnviertel. Nachdem der Anwalt bei landesweiten Vorwahlen im Februar die Opposition erstmals mit einem klaren Votum hinter sich vereinen konnte, ist seine Popularität stetig gewachsen. Zwar tritt Capriles, dessen Großeltern aus Polen vor dem Holocaust nach Venezuela flohen und dort eine Kinokette aufbauten, für eine liberale Mittepartei „Primero Justicia“ an. Er bezeichnet sich jedoch trotz seiner bürgerlichen Herkunft als modernen Linken. Sein Vorbild ist der brasilianische Ex-Präsident Lula. Capriles hat schon vor den acht Monaten Wahlkampf bewiesen, dass er politisch durchsetzungsfähig ist. Er wurde 1998 als jüngster Abgeordneter des Landes schließlich sogar Vize-Präsident des Parlaments. Als Bürgermeister eines Distrikts der Hauptstadt Caracas konnte er zweimal haushoch gegen Chávez-Kandidaten gewinnen, genauso wie er schließlich 2008 Gouverneur wurde eines wichtigen Bundesstaats.

Capriles genießt in Caracas Popularität wie ein Popstar, seitdem er als Bürgermeister im Dauerstau der Hauptstadt mit dem Motorrad die Baustellen der Präfektur besuchte. Inzwischen wird Capriles vor allem von jungen Frauen angebetet. Da er nicht verheiratet ist, halten sie in seinen Kundgebungen gerne Plakate hoch, um sich als künftige „First Ladies“ anzupreisen.

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