Preisträger: Nobelpreis war ein Wink mit dem Zaunpfahl

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KommentarPreisträger: Nobelpreis war ein Wink mit dem Zaunpfahl

von Malte Fischer

Die Vergabe des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften ist eine Aufforderung an die Notenbanken, der Entwicklung von Vermögenspreisen mehr Beachtung zu schenken.

Das Nobelkomitee in Stockholm ist immer wieder für Überraschungen gut. Das hat sich auch am Montag gezeigt, als die Jury den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften gleich an drei Ökonomen vergab, deren Aussagen und Forschungsergebnisse unterschiedlicher kaum sein könnten. Eugene Fama, Professor an der Universität in Chicago, galt schon seit langem als einer der Favoriten für die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Zunft. Doch seine These von der Effizienz der Märkte wurde spätestens nach dem Platzen der Häuserpreisblase und der folgenden Finanzkrise in Zweifel gezogen. Dass er weiter darauf beharrte, Märkte seien effizient und Spekulationsblasen eine Art Fata Morgana, hat seine Auszeichnung in den vergangenen Jahren immer unwahrscheinlicher gemacht.

Harter Schlag - Eugene Fama glaubt unverdrossen an die Effizienz der Finanzmärkte. Quelle: Getty Images - Photo by Ann Summa - Time Life Pictures

Harter Schlag - Eugene Fama glaubt unverdrossen an die Effizienz der Finanzmärkte.

Bild: Getty Images - Photo by Ann Summa - Time Life Pictures

Famas „Marktgläubigkeit“ passte immer weniger zum vorherrschenden wissenschaftlichen und politischen Mainstream, der von den „Marktskeptikern“ dominiert wird. Zu ihnen gehört der zweite Laureat, Robert Shiller von der Universität Yale, der in seinen Arbeiten die These von rational agierenden Investoren in das Reich der Fabeln verweist. Anders als Fama geht Shiller davon aus, dass es durchaus zu Kursblasen an den Vermögensmärkten kommen kann, weil sich Anleger zuweilen von einer Welle der Euphorie tragen lassen und einem Herdenverhalten, den „animal spirits“, anheimfallen.

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Kaum ein Lehrsatz der VWL war lange so unangefochten und ist dann in der Finanzkrise derart diskreditiert worden wie die Effizienzmarkthypothese. Beide Extrempositionen werden ihr - und ihrem geistigen Vater Eugene Fama - nicht gerecht.

Mächtige Wall Street? Investoren können den Markt nicht dauerhaft überlisten. Quelle: AP

Investoren, die erkennen, dass es sich um eine Blase handelt, fehlen meist die Mittel, um dagegen zu spekulieren oder sie sind durch Anlagevorschriften in ihren Möglichkeiten beschränkt. Daher können Blasen immer weiter wachsen, bis sie eines Tages platzen. Shiller kann darauf verweisen, als einer der Wenigen das Platzen der Häuserpreisblase in den USA 2006 rechtzeitig vorausgesehen zu haben.
Der dritte im Bunde der Laureaten, Lars Peter Hansen, von der Universität Chicago, ist eher ein mathematisch-statistischer Techniker. Er steht weniger im Fokus der wirtschaftspolitischen Debatte als Fama und Shiller. Hansen entwickelte eine statistische Methode, mit der er nachwies, dass die Aktienkurse in der Realität stärker schwanken als es traditionelle Modelle nahelegen. Damit lieferte er die statistische Basis, auf der Shiller mit seiner These vom irrationalen Verhalten der Investoren aufsetzen konnte.

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