Private Drohnen: Der Himmel über den USA hängt voller Drohnen

Private Drohnen: Der Himmel über den USA hängt voller Drohnen

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Immer mehr Drohnen: Am Himmel über den USA wird's gefährlich

Experten warnen vor den Gefahren für den Flugverkehr, die die zunehmende Verbreitung von Drohen mit sich bringt. Immer häufiger werden solche Fluggeräte gesichtet - doch oft handelt es sich dabei nur um falschen Alarm.

Fast täglich erhält die US-Regierung Berichte über angebliche Drohnen, die ohne Genehmigung in der Nähe von Flugzeugen, Hubschraubern oder Flughäfen gesichtet wurden. Das ist ein massiver Anstieg, denn vor zwei Jahren waren solche Berichte noch äußerst ungewöhnlich.

Die Meldungen gehen bei der US-Flugbehörde FAA ein. Die meisten kommen zwar von Berufspiloten. Aber auch Hobbypiloten, Flughafenangestellte oder örtliche Behörden wenden sich an die FAA, wie ein Behördenvertreter sagt, der nicht namentlich genannt werden wollte. Michael Toscano, Präsident einer Industriekammer für Drohnen, erklärt, die FAA habe ihm gegenüber den Anstieg bestätigt.

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Die meisten der Berichte bleiben unbestätigt. Die Möglichkeit besteht, dass sich die Piloten in einigen Fällen geirrt haben und einen Vogel oder ein entferntes Flugzeug für eine Drohne gehalten haben. Viele Berichte erscheinen jedoch glaubwürdig.

Die FAA hat den Einsatz von Drohnen aus Sicherheitsgründen streng begrenzt. Schließlich besteht die Gefahr, dass ein Flugzeug abstürzt, wenn es mit einer Drohne zusammenstößt oder wenn diese in eine Düse gesogen wird. Kleine Drohnen sind zudem meist nicht auf dem Radar zu erkennen, besonders wenn sie aus Kunststoff oder anderen Verbundstoffen hergestellt sind.

„Es darf keine Frage des Glücks sein, ob ein Flugzeug und eine Drohne Abstand zueinanderhalten“, sagt Rory Kay, Kapitänsausbilder bei einer großen Fluggesellschaft und ehemaliger Vorsitzender des Sicherheitsausschusses bei der Pilotenorganisation ALPA. „Bislang haben wir Glück gehabt, denn wenn diese Dinge am Himmel weiter unreguliert, unbeobachtet und unkontrolliert ablaufen, muss man sich riesige Sorgen machen, dass es bald zu einer Beinahe-Kollision oder sogar einem wirklichen Zusammenstoß kommt.“

Rechtliche Fragen zum Drohnen-Flug

  • Ist eine Genehmigung für Flüge erforderlich?

    Drohnenflüge sind im Falle einer privaten Nutzung nur genehmigungspflichtig, wenn das Gerät ein Gewicht von fünf Kilo überschreitet. Bei leichten Modellen wird keine Erlaubnis benötigt. Anders bei kommerziellen Einsätzen: Eine Aufstiegsgenehmigung durch die jeweils zuständige Landesbehörde ist dann erforderlich, wenn eine Drohne beispielsweise Luftbilder durch professionelle Fotografen aufnehmen soll. Quelle: Spiegel Online.

  • Welche gesetzlichen Regelungen gibt es für Flug-Drohnen?

    Bei Drohnen handelt es sich um unbemannte Luftfahrtsysteme. Sofern diese Fluggeräte für gewerbliche Zwecke genutzt werden, ist die Nutzung im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) und in der Luftverkehrsordnung (LuftVO) geregelt. Die Ausnahme: Drohnen gelten als Flugmodelle, wenn diese ausschließlich zur Sport- und Freizeitgestaltung genutzt werden. Dann ist deren Nutzung weniger streng reglementiert.

  • Wer ist für eine Aufstiegsgenehmigung verantwortlich?

    Eine Aufstiegsgenehmigung wird vom jeweiligen Bundesland erteilt und hängt daher von den unterschiedlichen Vorgaben der Bezirksregierungen ab. In Nordrhein-Westfalen ist beispielsweise Düsseldorf und Münster zuständig. Die Aufstiegserlaubnis wird hier für zwei Jahre angeboten, gilt allerdings nicht für alle Modelle und Nutzungsarten gleich. Benötigt wird: ein Versicherungsnachweis, Angaben über Schulungen oder Erfahrungen des Steuerers sowie technische Angaben zum eingesetzten Fluggerät.

    Die Kosten für eine Aufstiegsgenehmigung liegen in NRW bei 250 Euro für zwei Jahre. Eine Einzelerlaubnis kostet hingegen 80 Euro.

  • In welchen Bereichen darf grundsätzlich nicht geflogen werden?

    Zu Flugplätzen ist ein Mindestabstand von 1, 5 Kilometern einzuhalten. Zu grundsätzlichen Flugverbotszonen gehört beispielsweise das Regierungsvierte in Berlin. Bei Flügen über Atomkraftwerken, Unfallstellen oder Menschenansammlungen sollte man ebenso vorsichtig sein.

  • Welche Einschränkungen bei der Flughöhe und -weite gibt es?

    Eine privat genutzte Drohne muss sich immer in der Sichtweite der steuernden Person befinden. Dies entspricht einer Maximalentfernung von 200 bis 300 Metern. Die Flughöhe wird von vielen Bundesländern auf ein Maximum von 30 bis 100 Meter beschränkt.

  • Darf ich bei meinen Drohnenflügen Bilder von Häusern und Gebäuden machen?

    Die Urheberrechte von Gebäuden liegen beim Architekten. Öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen die Aufnahmen der privaten Drohne deshalb nicht. Im privaten Umfeld könne sie jedoch gezeigt werden. Generell unterliegen Aufnahmen von Drohnen nicht der sogenannten Panoramafreiheit. Diese erlaubt das Ablichten von Gebäuden, die von der Straße oder von einem öffentlichen Platz aus zu sehen sind und die Veröffentlichung der Bilder im Netz. Bei Luftaufnahmen werden jedoch auch Rückseiten und Innenhöfe von Häusern gezeigt. Die Panoramafreiheit greift somit nicht.

  • Was ist, wenn Nachbarn ein Flugverbot fordern?

    Für Drohnen, die tief über dem Grundstück des Nachbarn kreisen und zudem auch noch eine Kamera an Bord haben, dürfte von einer Beeinträchtigung des Eigentums und der Privatsphäre ausgegangen werden. Konkrete Urteile gibt es zu dieser Thematik allerdings noch nicht. Aus Rücksicht vor Anwohnern und Nachbarn, sollte also von Drohnenflügen in Wohngebieten Abstand genommen werden.

  • Was passiert, wenn meine Drohne abstürzt und Schäden verursacht?

    Der Drohnenführer haftet. Personenschäden oder verursachte Unfälle werden von den meisten Haftpflichtversicherungen vertraglich ausgeschlossen. Ein Zusatzversicherung, zum Beispiel bei Modellflugverbänden erhältlich, kann hohe Kosten vermeiden.

Die FAA verlangt von allen Drohnen-Betreibern, dass sie den Einsatz von der Behörde genehmigen lassen und ein entsprechendes Zertifikat vorweisen können. Meist ist die Flughöhe darin auf 120 Meter begrenzt, der Bedienende muss die Drohne jederzeit sehen können und der Umkreis von acht Kilometern um einen Flughafen ist absolut tabu. Ausnahmen gibt es für den militärischen Einsatz in abgelegenen Gebieten. Zudem dürfen die Drohnen von Zoll- und Grenzschutz entlang der Grenze zu Mexiko und Kanada auch in größerer Flughöhe operieren. Trotzdem gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Berichte über Fluggeräte, bei denen sich die Betreiber offenbar nicht an die Vorgaben gehalten haben:

  • Im März meldete der Pilot eines Canadair-Regional-Jets über Florida eine Drohne in Tarnfarbe in 700 Metern Flughöhe rund fünf Kilometer entfernt vom Flughafen Tallahassee.
  • Der Pilot einer Regionalfluglinie sichtete bei einer Flughöhe von 3000 Metern in der Nähe von Pittsburgh mindestens eine Drohne, die nach seinen Angaben weniger als 150 Meter über seiner Maschine flog. Sie sei schwarz-grau gewesen und habe eine Länge von etwa 1,5 Metern gehabt.
  • Ein Hubschrauberpilot in Kalifornien meldete an die Flugsicherheit in Burbank, dass eine mit einer Kamera ausgerüstete Drohne in der Nähe der riesigen Hollywood-Buchstaben bei Los Angeles fliege.
  • Das Wrack einer 1,5 Meter langen Drohne mit aufmontierter Kamera wurde in der Nähe von Dallas Love Field in Texas unweit des Flughafens entdeckt. Nach dem Betreiber wird laut Polizei noch gesucht.

In einigen Fällen, in denen die FAA unsichere oder unautorisierte Operationen von Drohnen festgestellt habe, seien die Betreiber kontaktiert und über einen sicheren Umgang belehrt worden, erklärte die FAA. Grob fahrlässigen Betreibern sei zudem eine Strafe angedroht worden, hieß es weiter in der Mitteilung.

Der Flugsicherheitsexperte John Goglia erklärt, er sei bei einigen der Berichte skeptisch. Die meisten kleinen Drohnen, die derzeit verkauft würden, könnten nicht die von den Piloten genannten Höhen erreichen. Um zu sehen, was tatsächlich an diesen angeblichen Sichtungen dran sei, müssten echte Untersuchungen eingeleitet werden.

Missbrauch der Drohnen lässt sich nicht verhindern

Mehr als eine Million kleine Drohnen wurden in den vergangenen Jahren weltweit verkauft, wie Lobbyist Toscano sagt. Da könne nicht verhindert werden, dass es in einigen Fällen zu Missbrauch komme, weil die Betreiber die Risiken nicht verstünden oder sich einfach nicht darum kümmerten. „Diese Technologie erfährt einen phänomenalen Aufschwung, die Menschen versuchen noch, sie zu begreifen“, sagt er. „So unglücklich es wäre, wenn wir einen Unfall hätten: Das wird die Industrie nicht aufhalten.“

Weitere Drohnen

Bis zum Jahresende soll die FAA weitere Regulierungen vorlegen, die einen breiteren kommerziellen Einsatz von Drohnen ermöglichen, die weniger als 25 Kilogramm wiegen. Bislang ist noch nahezu jeder kommerzielle Einsatz verboten - lediglich zwei Ölgesellschaften in Alaska und sieben Firmen, die Luftaufnahmen anbieten und für Film- und Fernsehproduktionen arbeiten, haben derzeit Genehmigungen.

Vor knapp einem Jahr sorgte der Gründer des Internet-Versands Amazon, Jeff Bezos, noch für Belustigung, als er seine Pläne für ein neues Auslieferungssystem per Drohnen vorstellte. Er rechnete damit, dass es noch einige Jahre bis zum Einsatz dauern werde. Möglicherweise geht es aber auch schneller.

Und schon jetzt scheren sich viele Drohnen-Betreiber nicht um die Verbote - angefangen bei Immobilienmaklern, Stadtplanern bis hin zu Landwirten, die mit den Fluggeräten ihre Felder kontrollieren.

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