Protest gegen Militärrat: Tote und Verletzte bei Krawallen in Ägypten

Protest gegen Militärrat: Tote und Verletzte bei Krawallen in Ägypten

, aktualisiert 20. November 2011, 14:30 Uhr
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Ein verletzter Demonstrant nach Zusammenstößen mit Sicherheitskräften.

Quelle:Handelsblatt Online

Wenige Tage vor den Wahlen fließt in Ägypten wieder Blut. In Kairo, Alexandria und anderen Städten protestieren Tausende gegen den regierenden Militärrat. Die Bilanz: Tote und Hunderte Verletzte.

KairoEine Woche vor den ersten Parlamentswahlen seit dem Sturz des Machthabers Husni Mubarak sind bei Protesten gegen die ägyptische Militärregierung mindestens zwei Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Die Zusammenstöße in der Nacht zum Sonntag waren die schwersten seit dem Volksaufstand im Februar. Tausende Menschen versammelten sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo und forderten den Rücktritt der Armeeregierung. General Mohsen Fangari erklärte im Fernsehen, diejenigen, die einen Sturz der Regierung forderten, wollten auch den Zusammenbruch des Landes.

Die amtliche Nachrichtenagentur Ägyptens berichtete unter Berufung auf das Gesundheitsministerium, dass bei den Zusammenstößen 766 Menschen verletzt und zwei getötet worden seien. Demnach wurde ein 23-Jähriger in Kairo erschossen. Ein weiterer Mann sei ebenfalls durch Schüsse in der zweitgrößten Stadt Alexandria ums Leben gekommen. Aus Sicherheitskreisen verlautete dagegen, die Polizei habe keine scharfen Schusswaffen eingesetzt und sich an Recht und Gesetz gehalten, als sie gegen Unruhestifter vorgegangen sei. In Kairo setzten die Beamten Tränengas und Gummigeschosse ein.

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Die ersten Wahlen nach dem Sturz Mubaraks sollen ab dem 28. November abgehalten werden. Viele Ägypter sind besorgt, dass es der Polizei nicht gelingen könnte, dabei für Sicherheit zu sorgen. Zudem gibt es Streit zwischen politischen Gruppierungen und den Militärmachthabern über die künftige Rolle der Streitkräfte. Dabei geht es um grundsätzliche Regeln für eine Verfassung, nach denen die Armee auch künftig nicht einer parlamentarischen Kontrolle unterstehen könnte. Das Parlament soll ein Gremium bestimmen, welches die Verfassung erarbeitet.

Die Streitkräfte sind in Ägypten eigentlich hoch angesehen. Nach dem Sturz Mubaraks kam von vielen Ägyptern Unterstützung, weil sie die öffentliche Sicherheit aufrechterhielten und versprachen, die Macht an eine gewählte Regierung abzugeben. Inzwischen sind viele Bürger aber skeptisch, auch weil Zivilisten vor Militärgerichte gestellt werden.

Außenminister Guido Westerwelle appellierte am Sonntag an alle Seiten, keine Gewalt einzusetzen. Es sei wichtig, dass die Wahlen in einem friedlichen und geordneten Umfeld stattfinden könnten. „Damit würde Ägypten einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Demokratie gehen“, erklärte Westerwelle.

Quelle:  Handelsblatt Online
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