Putin in Griechenland: Moskau und Athen rücken näher zusammen

Putin in Griechenland: Moskau und Athen rücken näher zusammen

Der russische Präsident gibt sich erstmals seit Jahresbeginn in einem EU-Land ein Stelldichein. Die Bande zu Griechenland sind traditionell eng - trotz der Sanktionen der EU gegen Moskau, die Athen mitträgt.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei seinem Besuch in Griechenland scharfe Kritik an der Haltung des Westens im Umgang mit seinem Land geäußert. Die USA und deren Nato-Verbündete hemmten die Handels- und Energiekooperation mit Russland, sagte Putin am Freitagabend in Athen. Es war seine erste Visite in einem EU-Land in diesem Jahr. Am Samstag wollte Putin ein Kloster russischer Mönche in der Mönchsrepublik Berg Athos besuchen.

Am Vorabend griff Putin vor allem die USA an und kritisierte deren kürzlich neu ausgeweitetes Raketenabwehrsystem in Rumänien an. Dies betrachte er als eine Bedrohung für die Sicherheit Russlands, sagte er. Die Nato bezeichnet das System indes als rein defensiv und als Reaktion auf die zunehmenden Fähigkeiten ballistischer Raketen weltweit.

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„Wir hören immerzu, dass dies keine Bedrohung gegen Russland sei, dass das nicht gegen Russland gerichtet sei. Natürlich ist das eine Bedrohung für uns. Es kann leicht angepasst werden, um aggressive Fähigkeiten zu entfalten“, sagte Putin. „Und wenn einige Teile Rumäniens gestern nicht wussten, was es bedeutet, Ziele zu sein, werden wir nun gezwungen sein, bestimmte Schritte zu ergreifen, die unsere Sicherheit garantieren werden“, fügte er hinzu. Ins Detail ging Putin nicht.

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Quelle: dpa

Seit Moskau vor zwei Jahren in einer Reaktion auf die Ukraine-Krise und der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim mit Sanktionen belegt wurde, hat Putin nur einigen EU-Staaten einen Besuch abgestattet.

Athen will seine traditionell engen Bande zu Moskau aufrechterhalten - trotz der griechischen Beteiligung an den EU-Strafmaßnahmen und an einem Gaspipeline-Projekt, das Russlands regionale Energiedominanz begrenzen soll.

Russland ist einer der größten Handelspartner Griechenlands, doch wird der wirtschaftliche Austausch durch die EU-Sanktionen und durch gesunkene Energiepreise belastet. Athen will nach dem Einbruch 2015 zudem wieder das Geschäft mit russischen Touristen ankurbeln. Das hoch verschuldete EU-Land kann sich seit 2010 nur mit Hilfskrediten der EU und des IWF über Wasser halten.

Putins erste Gespräche in Athen galten Investitionsmöglichkeiten. Begleitet wurde er neben Außenminister Sergej Lawrow von Topmanagern staatlicher Öl- und Erdgaskonzerne. Unter russischen Investoren haben vor allem die geplanten Privatisierungen der griechischen Eisenbahn und anderer Transportmittel großes Interesse hervorgerufen.

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Ein Archivbild von 2009 zeigt Sergej Roldugin (links), Wladimir Putin Dimitri Medwedew (R) im St. Petersburg House of Music. Quelle: dpa

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras betonte, Putins Besuch komme nur wenige Tage nach Athens Einigung mit den Geldgebern, um weitere Kredittranchen ausbezahlt zu bekommen. Der dafür vereinbarte Pakt beinhalte auch, dem für die Privatisierungen von Staatsunternehmen zuständigen Komitee weitreichendere Kompetenzen zu geben. „Dies ist ein besonderer Moment für Griechenland, in dem die Unsicherheit aufhört“, sagte er.

Die Verbesserung der Beziehungen zu Moskau nannte Tsipras zudem eine strategische Wahl. „Wenn die Meinungsverschiedenheiten unsere Kräfte übersteigen, können wir als positiver Einfluss innerhalb der EU und der Nato fungieren.“

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