Putins große „Bürgersprechstunde“: „Wir sehen die USA nicht als Feind“

Putins große „Bürgersprechstunde“: „Wir sehen die USA nicht als Feind“

, aktualisiert 15. Juni 2017, 14:07 Uhr
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Russlands Präsident bescheinigt seinem Land eine bessere Wirtschaftslage.

Quelle:Handelsblatt Online

„Direkter Draht“ ist nicht etwa eine Spielshow im Privatfernsehen, sondern der Name von Wladimir Putins „Bürgersprechstunde“ im TV. Darin äußert sich der russische Präsident zur Weltlage. Was Putin zu sagen hatte.

MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin hofft auf eine Verbesserung der gespannten Beziehungen zwischen Russland und den USA. „Wir sehen die USA nicht als Feind“, sagte er am Donnerstag bei seiner traditionellen Bürgersprechstunde „Direkter Draht“ in Moskau. Ohne eine konstruktive Zusammenarbeit mit Washington sei etwa im Syrien-Konflikt keine Lösung zu finden. Russland und die USA könnten auch im Bereich der Rüstungskontrolle kooperieren, sagte Putin.

Zugleich kritisierte der Kremlchef in der mehrstündigen TV-Show eine zunehmende Russlandfeindlichkeit. Dies sei ein Resultat des innenpolitischen Kampfes in den USA, meinte er.

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Washington und Moskau sehen das bilaterale Verhältnis auf einem Tiefpunkt. Neben den Konflikten in der Ukraine und in Syrien belasten vor allem Vorwürfe der russischen Einmischung in den US-Wahlkampf die Stimmung. Mit Spannung wird ein mögliches Treffen Putins mit US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel im Juli in Hamburg erwartet.

Sanktionen gegen den Westen will Putin erst aufheben, wenn zuvor die Strafmaßnahmen gegen Russland fallen. Die EU und die USA hatten das Land wegen des russischen Vorgehens im Ukraine-Konflikt mit Strafmaßnahmen belegt. Daraufhin verhängte auch Russland Importverbote für Milchprodukte, Obst und Gemüse aus der EU. Die Sanktionen hätten auch einen positiven Effekt, sagte Putin. „Wir mussten unsere Köpfe anstrengen, Talente aktivieren und uns auf Ressourcen in Schlüsselbereichen konzentrieren.“

Der niedrige Gas- und Ölpreis habe mehr Auswirkungen auf die russische Wirtschaft als die Sanktionen, die seit 2014 in Kraft sind, sagte Putin. Die niedrigen Preise für die wichtigsten Industrieerzeugnisse wie Metall- und Chemieprodukte hätten die russische Wirtschaft stärker geschwächt als die Sanktionen. „Haben die Sanktionen uns beeinflusst? Ja“, sagte Putin. „Aber auch dramatisch? Das glaube ich nicht.“

Die russische Wirtschaftskrise hält der Präsident für überstanden: „Die Rezession ist beendet, und wir sind in eine Phase des Wachstums übergegangen“, sagte er. Das Bruttoinlandsprodukt sei inzwischen drei Quartale in Folge gestiegen. Zwischen Januar und April habe das Wachstum 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betragen, so Putin.

Zu Beginn der beliebten TV-Show beantwortete Putin wie in den Vorjahren zunächst Fragen zur allgemeinen Wirtschaftslage. Dabei ging er auch auf Sorgen von Bürgern um ihre Löhne und steigende Lebenshaltungskosten ein. Die Rohstoffmacht Russland leidet seit 2014 unter den Folgen niedriger Ölpreise.

Quelle:  Handelsblatt Online
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