
Griechenland verhindert der Abschied aus der „Euro-Zone“ – zumindest bei der Fußball-EM. Das brisante an diesem Erfolg: Sollte Deutschland heute den Sieg in der Gruppe B mit einem Punktgewinn gegen Dänemark perfekt machen, treffen die beiden Teams im Viertelfinale aufeinander. Sportlich haben beide Teams keine offene Rechnung, politisch sieht der Fall schon ganz anders aus.
Nach dem überraschenden Erfolg über Russland waren sich offenbar die griechischen Fans als erste über diese Konstellation bewusst: „Her mit den Deutschen“ schallte es schon bald nach dem Abpfiff. In den Straßen von Athen wurden spontan neue Gesänge gedichtet – es gäbe kaum eine größere Genugtuung als ein Sieg über Deutschland. In einem Video der englische Zeitung „Daily Telegraph" wittern die Fans ihre Chance auf Rache.
Auch die griechischen Medien nahmen diese Stimmung auf – schon lange gilt Deutschland und speziell die Bundeskanzlerin als Sinnbild des Spardiktats der EU. Das Sportblatt „Goal-News“ forderte: „Bringt uns jetzt die Merkel“ und fügte an: „Ihr werdet Griechenland nie aus der EURO rausschmeißen.“ „Sport Day“ stimmte mit ein: „So qualifizieren sich Deine Schuldner, Angela mach Dich bereit.“
Auch den Spielern auf dem Rasen hat das Image der faulen und korrupten Griechen zugesetzt. Im Interview wollte Torwart Michalis Sifakis einiges klarstellen: „Alle haben auf uns rumgehackt, das haben wir nicht verdient. Wir wollen mehr Respekt! Wir sind ein wunderbares Volk, das es nicht verdient hat, so zu leiden", sagte er Einzug ins Viertelfinale. Ein Sieg gegen Deutschland wäre wohl die beste Medizin für die geschundene griechische Seele.














