Raketentests: Der lange Streit um Nordkoreas Atomprogramm

Raketentests: Der lange Streit um Nordkoreas Atomprogramm

Nordkorea hat alle internationalen Mahnungen ignoriert und zum dritten Mal einen Atomtest ausgeführt. Das Atomprogramm Nordkoreas beunruhigt die internationale Gemeinschaft seit Jahrzehnten. Ein Rückblick.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur KNCA am Dienstag bestätigte, ist in der Nacht ein Sprengsatz mit großer Stärke gezündet worden. Experten zufolge hatte er gut ein Drittel der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Internationalen Beobachtern zufolge war das Erdbeben der Stärke 4,9, dass durch die Zündung ausgelöst wurde, stärker als bei den vorangegangenen Tests 2006 und 2009. International wurde das Vorgehen des weitgehend isolierten Landes scharf kritisiert.

Nordkorea hatte bereits mit einem dritten Atomtest gedroht. Nach einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtagentur Yonhap informierte die Regierung des kommunistischen Staates China und die USA über ihre Pläne. Dem kommunistischen Land ist es per UN-Resolutionen verboten, Raketen- oder Atomtechnik zu entwickeln. Dies hielt den jungen Führer Kim Jong Un nicht davon ab, kürzlich auch Langstreckenraketen testen zu lassen.

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Reaktionen auf den Test

US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Test als starke Provokation. Nordkoreas Atomprogramm sei eine Gefahr für den Weltfrieden. China forderte Nordkorea auf, sich an die Abmachung zu halten, auf Atomtechnik zu verzichten. Zugleich rief die Führung in Peking alle Betroffenen auf, besonnen zu bleiben und die Probleme im Dialog zu lösen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte den Test eine "deutliche und ernsthafte Verletzung" der UN-Resolutionen. Auch Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichnete Nordkoreas Atomwaffentest als ernsthafte Gefahr, die nicht toleriert werden könne. Vor allem für China gilt Nordkoreas Aktion als peinlich: "Der Test ist beleidigend für die Volksrepublik. Es kann damit gerechnet werden, dass China nun die Umsetzung von Sanktionen wahr macht", sagte Mark Fitzpatrick vom Internationalen Institut für strategische Studien. Noch am Dienstag soll ein Dringlichkeitstreffen des UN-Sicherheitsrats stattfinden.

Der Atomtest dürfte eine Verschärfung der Sanktionen gegen das asiatische Land nach sich ziehen und die Beziehungen Nordkoreas zu seinem einzigen wichtigen Verbündeten China verschlechtern. Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak berief den Nationalen Sicherheitsrat des Landes ein. Die Börsen in Asien hat der Atomtest kaum beeindruckt. Die Nachricht sorgte zwar kurzzeitig für Verunsicherung, konnte dem allgemeinen Aufwärtstrend jedoch nichts anhaben.

Stärke des Atomtests bei sieben Kilotonnen

Nach Informationen von US-Geologen lag das Epizentrum nur einen Kilometer unter der Erdoberfläche. Laut KCNA handelte es sich um einen miniaturisierten und leichteren Sprengsatz. Dies deutet daraufhin, dass Plutonium zum Einsatz kam. Die US-Regierung geht davon aus, dass die Regierung in Pjöngjang eine Rakete entwickeln will, die einen atomaren Sprengkopf tragen kann. Nordkorea zufolge dient sein Raketenprogramm in erster Linie dazu, Satelliten ins All zu bringen. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums lag die Stärke der Detonation bei mehr als sieben Kilotonnen. Zum Vergleich: Die Hiroshima-Bombe hatte eine Stärke von etwa 20 Kilotonnen.

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