Reaktionen aus Moskau: Russische Politiker werten Flynn-Rücktritt als schlechtes Zeichen

Reaktionen aus Moskau: Russische Politiker werten Flynn-Rücktritt als schlechtes Zeichen

, aktualisiert 14. Februar 2017, 11:48 Uhr
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Der Sicherheitsber von Präsident Donald Trump hat Montagabend seinen Rücktritt eingereicht. Hintergrund sind seine Gespräche mit dem russischen US-Botschafter noch vor dem Amtsantritt der Regierung.

Quelle:Handelsblatt Online

Dass US-Sicherheitsberater Michael Flynn seinen Rücktritt eingereicht hat, werten russische Politiker als schlechtes Zeichen. Es kommen sogar Zweifel an Trumps Handlungsfähigkeit auf.

MoskauRussische Politiker werten den Rücktritt des US-Sicherheitsberaters Michael Flynn als schlechtes Zeichen für die bilateralen Beziehungen. „Von den Falken in Washington wird die Bereitschaft zum Dialog mit den Russen als Gedankenverbrechen gesehen“, schrieb der Vorsitzende im Außenausschuss des Föderationsrates, Konstantin Kossatschow, am Dienstag auf Facebook.

Er meinte, Präsident Donald Trump könne entweder nicht selbstständig handeln oder er werde daran gehindert. Flynn wegen seiner Kontakte zum russischen Botschafter Sergej Kisljak in Washington zu entlassen sei „nicht nur Paranoia, sondern etwas viel Schlimmeres“.

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Leonid Sluzki, Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Parlament, wertet Flynns Rücktritt als Versuch, eine Annäherung zwischen den Regierungen in Washington und Moskau zu behindern. „Es ist offensichtlich, dass Flynn sein Rücktrittsgesuch unter Druck schreiben musste“, sagte Sluzki, am Dienstag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA. Ziel sei auch gewesen, das Vertrauen in die neue US-Regierung zu untergraben. „Wir werden sehen, wie sich die Lage entwickelt.“

Der Kreml wollte den Rücktritt nicht kommentieren. Es sei eine innere Angelegenheit der USA, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Der Senator Alexej Puschkow schrieb auf Twitter, die Entlassung Flynns solle die Beziehungen zu Russland treffen. Der USA-Forscher Pawel Scharikow von der Akademie der Wissenschaften in Moskau vermutete dahinter einen Rachefeldzug der Demokratischen Partei „für ihre dramatische Wahlniederlage“, wie er der Agentur Interfax sagte.

Der von Präsident Donald Trump ernannte Flynn hatte am Montagabend seinen Rücktritt eingereicht. Hintergrund sind seine Gespräche mit dem russischen US-Botschafter noch vor dem Amtsantritt der Regierung. Nach eigenen Worten hatte Flynn Vizepräsident Mike Pence irrtümlich falsch darüber unterrichtet. Es steht auch der Verdacht im Raum, Flynn könnte gegen ein Gesetz verstoßen haben, das US-Privatleuten außenpolitische Verhandlungen verbietet. Der frühere Generalleutnant befürwortet eine Annäherung an Russland, die Trump im Wahlkampf als eines seiner Ziele ausgegeben hatte. Allerdings hat sich Flynn über die Politik der Regierung in Moskau auch schon skeptisch geäußert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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