Regierungskrise in Italien: Ifo-Chef warnt vor Euro-Austritt

Regierungskrise in Italien: Ifo-Chef warnt vor Euro-Austritt

, aktualisiert 06. Dezember 2016, 09:18 Uhr
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„Wir müssen befürchten, dass eine Regierung ins Amt kommt, die Italien dann aus dem Euro herausführt, weil die Italiener keine Perspektive innerhalb der Einheitswährung mehr sehen“, sagte der Wirtschaftsforscher.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum in Italien sieht Ifo-Chef Clemens Fuest Europa in Gefahr. Er befürchtet, dass in Rom eine Regierung ins Amt kommt, die das verschuldete Land aus dem Euro herausführt.

BerlinIfo-Chef Clemens Fuest warnt wegen der Regierungskrise in Italien vor der Gefahr eines Euro-Austritts des hoch verschuldeten Landes. „Wir müssen befürchten, dass eine Regierung ins Amt kommt, die Italien dann aus dem Euro herausführt, weil die Italiener keine Perspektive innerhalb der Einheitswährung mehr sehen“, sagte der Wirtschaftsforscher der Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag. Zudem bestehe das Risiko, dass auch in anderen Ländern das Vertrauen in den Euro erodiere. „Die Ansteckungsgefahr ist groß.“ Könne sich die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nicht in der Gemeinschaftswährung halten, würden Investoren auch bei anderen Krisenländern nervös.

Eine kurzfristige Refinanzierungskrise drohe Italien dank der Unterstützung durch die Europäische Zentralbank nicht, sagte der Präsident des Münchner Instituts. Auch keine ungeregelten Bankenzusammenbrüche. Es drohe aber eine Verschärfung der Wirtschaftskrise, ein Einschlafen der Reformen und eine Blockade der Sanierung des angeschlagenen Bankensektors. Das könne längerfristig dazu führen, dass die Staatsverschuldung vollends untragbar werde.

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Es sei nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum und dem angekündigten Rücktritt von Ministerpräsident Matteo Renzi auch damit zu rechnen, dass der Euro unter Druck gerate, sagte Fuest der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Europa insgesamt stehe vor großen Belastungen. „Ich sehe die Gefahr, dass Europa sich auseinanderentwickelt.“ Der Brexit, das Gefälle zwischen Nord- und Südeuropa sowie Differenzen mit osteuropäischen EU-Staaten seien gefährliche Entwicklungen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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