Rekordkurs: OPEC will Verbraucher mit Krisengipfel zu Ölpreis beruhigen

Rekordkurs: OPEC will Verbraucher mit Krisengipfel zu Ölpreis beruhigen

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Ölpumpe in Kalifornien: Als "interessante Idee" wertete US-Präsident Bush den Opec-Vorschlag, einen Krisengipfel wegen des hohen Ölpreises abzuhalten

Purer Aktionismus oder Angst vor Alternativen - die Motivation hinter dem jüngsten Vorschlag der OPEC-Staaten ist unklar: Ausgerechnet die erdölproduzierenden Länder schlagen nun einen Krisengipfel zur Verteuerung von Erdöl vor. Derweil nimmt der Ölpreis Kurs auf ein neues Rekordhoch - und Deutschlands Wirtschaftsminister fordern wieder einmal eine Neuausrichtung der Energiepolitik.

Etwas mehr als 137 Dollar kostete ein Barrel US-Öl heute, verdächtig nahe am Rekordhoch von 139 Dollar. Der Anstieg alarmiert nun auch die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Staaten (Opec). Angesichts der explodierenden Ölpreise wollen sich Produzenten- und Verbraucherländer zu einem Krisentreffen an einen Tisch setzen.

Der Iran und Kuwait schlossen sich heute dem saudiarabischen Vorschlag an, gemeinsam über die Verteuerung zu beraten. Niemand sei in der Lage, das Ölmarktproblem alleine zu lösen, sagte Irans Opec-Vertreter Mohammed Ali Chatibi. US-Präsident George W. Bush begrüßte den Vorschlag der Saudis als eine „interessante Idee“.

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Anstieg des Erdöl-Verbrauchs verlangsamt sich

Schätzungen der Internationalen Energiebehörde (IEA) zufolge dürfte sich der Anstieg des Erdölverbrauchs in diesem Jahr zwar deutlich abschwächen, zugleich werde aber auch der Anstieg der Fördermenge von Nicht-Opec-Staaten geringer ausfallen.

Die Energiepreise werden nach Angaben von Finanzstaatssekretär Thomas Mirow auch Thema des Treffens der G8-Finanzminister am Wochenende in Japan sein. Bei dem Treffen in Osaka müsse diskutiert werden, wie die Preisspirale bei Energie- und Nahrungsmitteln in den Griff zu bekommen sei.

Der Iran forderte eine „ernsthafte Zusammenarbeit“ zwischen Öl-Verbrauchern und Produzenten. „Die Probleme des Ölmarkts müssen auf grundlegende Weise gelöst werden und nicht nur, um mit der gegenwärtigen Marktsituation fertig zu werden“, sagte Chatibi der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr. Auch Kuwait sprach sich für das Treffen aus, das Saudi-Arabien am Vortag vorgeschlagen hatte.

OPEC: Öl ist weder heute noch morgen knapp

Nach den Worten von Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri könnte der Krisengipfel noch vor dem September-Treffen des Kartells stattfinden. Er mahnte zur Beruhigung an den Märkten. „Es herrscht zuviel Panik“, sagte er. Öl sei weder heute noch morgen knapp.

Im April war in Rom ein Treffen von Verbrauchern und Produzenten ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Seither stieg der Preis für ein Barrel US-Öl jedoch erneut um 20 Dollar und erreichte zuletzt ein Rekordhoch von mehr als 139 Dollar. Der Chef des russischen Energieriesen Gazprom rechnet damit, dass der Preis spätestens im nächsten Jahr auf 250 Dollar pro Barrel klettern wird. Nach Einschätzung von Analysten könnte dies dazu führen, dass sich der Gaspreis mehr als verdreifacht.

Nach dem IEA-Bericht zog der Ölpreis nach einem kurzzeitigen Rückgang wieder an und notierte heute nachmittag bei 136,90 Dollar. Grund waren Schätzungen der Energie-Experten, denen zufolge die Erdölförderung außerhalb der Opec in diesem Jahr mit 460.000 Barrel (Ein Fass zu 159 Litern) pro Tag (bpd) nicht so stark ansteigen dürfte wie bislang mit 680.000 bpd angenommen.

Insgesamt rechnet die IEA damit, dass die weltweite Erdölnachfrage in diesem Jahr so langsam wie seit sechs Jahren nicht mehr wachsen wird. Grund sei die Senkung von Subventionen in zahlreichen asiatischen Schwellenländern, was den Verbrauch senken dürfte, hieß es dem monatlichen Ölmarktbericht. Jetzt wird nur noch mit einem Anstieg von 800.000 bpd gerechnet. Dies sind 230.000 bpd weniger als bislang angenommen.

Wirtschaftsminister fordern Neuausrichtung der Energiepolitik

Die hohen Ölpreise lassen altbekannte Forderungen wieder aufleben: Heute setzten sich die Wirtschaftsminister der Bundesländer für eine Neuausrichtung der Energiepolitik ein. Auf einer Konferenz in Regensburg sprachen sich die Ressortchefs am Dienstag dabei auch mehrheitlich für verlängerte Laufzeiten von Atomkraftwerken aus. Daneben forderten die Minister den Bau zusätzlicher Kohle- und Gaskraftwerke und setzten eine Arbeitsgruppe zu den hohen Öl- und Gaspreisen ein.

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