Renminbi-Aufwertung: China spielt deutschen Unternehmen in die Karten

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Renminbi-Aufwertung: China spielt deutschen Unternehmen in die Karten

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Der chinesische Renminbi hat gegenüber dem US-Dollar seit 2005 um rund 30 Prozent zugelegt

von Philipp Mattheis

Immer wieder fordern die USA und der IWF China zur Freigabe des Wechselkurses auf. Doch deutsche Unternehmen profitieren gerade von der staatlich gelenkten, langsamen Aufwertung der Renminbi.

Um die 180 US-Dollar kostet eine Pipette der Firma Eppendorf. Momentan entspricht das 145 Euro und 1146 RMB. Produziert werden die Präzisionsgeräte in Deutschland. Die Käufer sind Universitäten und Forschungsabteilungen in China. Neben den USA und Deutschland ist China mittlerweile einer der größten Märkte für Pipetten und Zentrifugen in der akademischen Forschung. "Ein stärkerer RMB bereitet uns keine Probleme", sagt Claus Ritters, der das China-Geschäft des deutschen Mittelständlers in Schanghai leitet. "Im Gegenteil - unsere Kunden haben mehr Geld und können mehr einkaufen. Langfristig sind wir in drei großen Währungsblöcken tätig, die sich gegenseitig ausbalancieren." 

Wenn die Diplomatie ein Schulhof wäre, dann wäre "Currency Manipulator" das angesagteste Schimpfwort für China. Während Obama sich noch ziert, das Wort auszusprechen, fordert Präsidentschaftskandidat Romney, aggressiver gegen China vorzugehen. "Wenn ich Präsident bin, werde ich China als Währungsmanipulator brandmarken und Einfuhrzölle erheben, um sie von unfairen Handelspraktiken abzuhalten", sagte Romney im März. 

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Fakt ist: Der chinesische Renminbi hat gegenüber dem US-Dollar seit 2005 um rund 30 Prozent zugelegt (sogar 40 Prozent, sagen manche Experten, wenn man den inflationsbereinigten Kurs berechne). Trotzdem ist die chinesische Währung noch immer unterbewertet. Studien sprechen von einem fairen Wert von 4 RMB pro US-Dollar. Momentan liegt der Kurs bei über 6 RMB. Dadurch verschafft sich die Volksrepublik unfaire Vorteile: Exporte bleiben unnatürlich billig, der Binnenmarkt unterentwickelt, heißt es im Ende Mai Woche erschienenen Report des amerikanischen Finanzministeriums. China, so die Forderungen aus Amerika, solle den RMB so schnell wie möglich aufwerten. Auch der IWF empfiehlt China, den RMB zum Handel freizugeben. 

Prinzipiell dürfte auch die Volksrepublik an einem stärkeren RMB interessiert sein. Gemäß des zwölften Fünf-Jahres-Plans soll die exportorientierte Wirtschaft langsam in eine innovative High-Tech getriebene umgewandelt und der Binnenkonsum gestärkt werden. Ein stärkerer RMB ist Teil dieses Plans. Doch während der Finanzkrise 2009/2010 stoppte die Aufwertung. Erst seit kurzem gewinnt sie wieder an Fahrt.

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