Rettungsaktion beendet : Mindestens acht Tote nach Fährunglück

Rettungsaktion beendet : Mindestens acht Tote nach Fährunglück

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Von vielen Menschen fehlt noch jede Spur.

Es ist eine endlose Nacht, bis die Evakuierung endlich abgeschlossen ist. Hunderte Menschen sind von der Unglücksfähre „Norman Atlantic“ geborgen. Aber der Verbleib vieler ist noch unklar.

Bei dem Fährunglück in der Adria sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. 427 konnten von der „Norman Atlantic“ gerettet werden, teilte der italienische Transportminister Maurizio Lupi am Montag mit. Die Suche nach möglichen Vermissten gehe aber weiter. Offenbar gab es Ungereimtheiten mit der Passagierliste, auf der 478 Personen standen. Der Verbleib Dutzender Menschen ist zunächst unklar. Die italienische Regierung betonte, es sei zu früh, eine Zahl von Vermissten zu nennen. An Bord waren vermutlich auch blinde Passagiere.

Etwa 36 Stunden nachdem der Brand auf der Fähre vor Korfu ausgebrochen war, hatten die Retter alle Menschen von dem Schiff geholt. Als letzter verließ der italienische Kapitän das Schiff der griechischen Anek Lines, das vor der Küste Albaniens treibt. Wind, Dunkelheit und Kälte erschwerten die Operation mit Hubschraubern und Schiffen. Unter den Passagieren waren auch 18 Deutsche. Zwei von ihnen kamen am Montag mit einem Containerschiff im Hafen von Bari an. Den beiden aus Saarbrücken und Berlin gehe es soweit gut, sie sollten nun nach Deutschland zurückgebracht werden, sagte eine Mitarbeiterin des deutschen Konsulats in Bari der Deutschen Presse-Agentur. Das Auswärtige Amt in Berlin machte keine näheren Angaben dazu.

Das Containerschiff „Spirit of Piraeus“, das zur Hamburger Rickmers-Gruppe gehört, lief mit 49 Geretteten am Montag in Bari ein. Ein weiteres Schiff mit knapp 70 Geretteten kam in Igoumenitsa in Griechenland an. Viele Gerettete waren außerdem noch auf dem Marineschiff „San Giorgio“ unterwegs. Ein Augenzeuge erzählte, er habe Leichen gesehen. „Ich habe vier tote Personen gesehen, mit meinen eigenen Augen, ich bin sicher. Sie waren vor mir“, zitierte die Agentur Ansa einen Passagier. Andere erzählten von Schlägereien an Bord. Und wieder andere erhoben schwere Vorwürfe gegen die Besatzung. „Eigentlich hätten wir mit einem anderen Schiff fahren sollen. Wir haben das erst im Hafen gemerkt. Als wir es gesehen haben, ist uns etwas mulmig geworden“, sagte Rania Fyreou im griechischen Fernsehen. „Auf dem Schiff gab es keinerlei Koordination. Das Personal war praktisch nicht vorhanden.“

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Norman Atlantic Mehr als 250 Menschen warten noch auf Rettung

Rund um die Uhr sind die Retter im Einsatz. Dichter Rauch und Dunkelheit erschweren jedoch ihre Arbeit. Der Albtraum der an Bord der „Norman Atlantic“ festsitzenden Menschen nimmt nur langsam ein Ende.

„Eine der schwierigsten Rettungsaktionen“ - Angst auf Adria-Fähre. Quelle: REUTERS

Die Staatsanwaltschaften in Bari und Brindisi leiteten Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs und fahrlässiger Tötung ein. Die italienische Reederei Visemar gerät unter Druck. Eigentümer Carlo Visentini erklärte, das Schiff habe alle Zertifikate gehabt und sei fahrtüchtig gewesen. Bei einer Inspektion am 19. Dezember waren leichtere Mängel an der „Norman Atlantic“ moniert worden. Über die Ursache des Brandes, der vermutlich im Autodeck ausgebrochen war, wurde weiter spekuliert. Lkw-Fahrer berichteten in griechischen Medien, dass das Fahrzeugdeck überladen gewesen sei. Viele Laster hätten Olivenöl geladen. Ein Funke könne da schnell einen Brand auslösen.

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