Rohstoffe: Irak hofft auf Hilfe bei der Ölförderung

Rohstoffe: Irak hofft auf Hilfe bei der Ölförderung

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Ölfeld Rumeilah: Briten und Chinesen akzeptieren schlechte Konditionen, um im Irak Fuß zu fassen

Der Irak will seine Ölproduktion ausbauen und ausländische Konzerne ins Land holen. Die aber zieren sich – nicht nur wegen der Sicherheitslage.

Das irakische Fernsehpublikum erlebte vorvergangene Woche den Ölminister des Landes als Showmaster. Mit mäßigem Erfolg: Live aus dem Bagdader Hotel Raschid wurde die feierliche Zuteilung der größten irakischen Ölvorkommen übertragen. So zumindest war es angekündigt, und 41 Ölgesellschaften aus aller Welt von Indien bis Irland hatten ihre Repräsentanten in den Ballsaal des Hotels entsandt.

Minister Hussein al-Schahristani wollte die acht größten Ölfelder des Landes verteilen. Sie liefern derzeit insgesamt mehr als zwei Millionen Barrel pro Tag, vier Fünftel der gesamten Fördermenge des Opec-Landes. Doch am Ende der Sendung war der Minister in den Augen seiner Landsleute blamiert. Zu den Bedingungen der Regierung wollten die Ausländer nicht einsteigen. Bis auf das große Ölfeld Rumeilah im Südosten des Irak blieb Schahristani auf seiner Ware sitzen.

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Irak: neun Prozent der Weltreserven

Für die nach wie vor erdölhungrige Welt erwächst daraus ein Problem. Der Irak ist – nach Saudi-Arabien und dem Iran – das Land mit den drittgrößten bekannten und verwertbaren Erdölvorkommen der Welt. Unter der Erde lagern 115 Milliarden Barrel, über neun Prozent der weltweiten Reserven.

Es könnten deutlich mehr sein, wäre nicht seit den Neunzigerjahren die Exploration weiterer Lagerstätten zum Stillstand gekommen – erst wegen des internationalen Embargos gegen Saddam Hussein, dann wegen der bürgerkriegsartigen Anarchie und der Kette von Terroranschlägen seit der amerikanischen Besetzung im Jahr 2003. Aus den gleichen Gründen verfiel die Infrastruktur der irakischen Ölwirtschaft von den Fördertürmen bis zu den Pumpstationen und Hafenanlagen. Der Anteil des Irak an der weltweiten Erdölförderung liegt seit Jahren bei höchstens drei Prozent – mehr geht vor allem aus technischen Gründen nicht.

Für die dringend notwendige Modernisierung braucht das Land daher ausländische Fachleute, denen der Irak jahrelang viel zu unsicher war. Wenigstens das hat sich geändert – der Rückzug der amerikanischen Truppen aus den Städten des Landes ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Politiker in Bagdad wie in Washington glauben, die schlimmste Zeit des Terrors sei vorbei.

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