Rohstoffe: Opec-Beschluss lässt Ölpreis wieder steigen - aber für wie lange?

KommentarRohstoffe: Opec-Beschluss lässt Ölpreis wieder steigen - aber für wie lange?

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Ölfässer

Groß ist die Produktionsdrosselung nicht, die das Preiskartell in Wien gegen den Willen seines mächtigsten Mitglieds Saudi-Arabien verkündet hat. Andere Faktoren sind für die Preisentwicklung auf den Weltmärkten heute wichtiger.

Gewöhnlich macht die Opec, das Kartell der Ölscheichs und ihrer Freunde, was Saudi-Arabien will. Saudi-Arabien will nicht, dass eine Ölpreisexplosion die Weltkonjunktur in den Keller zieht und - noch schlimmer aus Produzentensicht - die Erdölverbraucher auf dumme Gedanken kommen und sich anderen Energiequellen zuwenden.

Also zwingt Saudi-Arabien die bösen Buben im Produzentenkartell zu gesittetem Verhalten: Steigt der Preis zu hoch, machen die Herren über die Ölfelder die Zapfhähne ein bisschen weiter auf. Sie verdienen mit ihrem Öl auf alle Fälle genug und haben ganz andere Sorgen.

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Der seit zwei Monaten fallende Ölpreis sorgt die Saudis nicht so sehr wegen der fallenden Einnahmen, sondern als Zeichen einer weltweit mauen Konjunktur. Die reichen Monarchien am Golf haben viel Geld auf dem internationalen Kapitalmarkt investiert.

Jetzt sorgen sie sich um die anhaltende internationale Finanzkrise, und nicht darüber, dass der Durchschnittspreis des Opec-Erdöls (immer ein wenig billiger als die Sorten aus Texas und der Nordsee) Anfang der Woche unter die 100 US-Dollar gefallen ist. „Hundert ist keine magische Zahl", blafft der saudische Erdölminister Ali al-Naimi.

Doch gestern Abend in Wien folgt die Mehrheit der Opec-Minister dem Saudi nicht. Den maßgebenden Leuten im Iran und in Venezuela sind hohe eigene Einnahmen alle Male wichtiger als die Folgen ihres Treibens für die Wall Street. Aber auch moderaten Ölproduzenten wie Angola oder Ecuador macht der Absturz des Preises um fast ein Drittel seit Anfang Juli (in New York von 147 Dollar auf annähernd 103 Dollar) Angst. Selbst Kuwaits Ölminister äußert sich nebulös über die Gefahren einer Überproduktion bei weltweit schwacher Konjunktur.

Die Saudis müssen also nachgeben, und die Opec drosselt ihre Förderquote. Um eine halbe Million Barrel am Tag, das ist nicht sehr viel, reicht aber, um den Ölpreis rund um den Globus wenigstens kurzfristig aus dem Tief zu reißen. West Texas Light verteuert sich von 103,26 auf 103,61 Dollar.

Erst einmal nur ein kleiner Zacken in der Grafik nach dem gewaltigen Preisanstieg von Jahresanfang bis Juli und der fast so dramatischen Rückwärtsbewegung seitdem. In den vergangenen Wochen haben Wirbelstürme in der Karibik und ein Krieg in der für den Weltmarkt so wichtigen Kaukasusregion die Märkte nicht beeindruckt.

Warum soll der Opec-Beschluss vom gestrigen Abend eigentlich wichtiger sein?

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