Russland: Liebesgrüße aus Moskau

Russland: Liebesgrüße aus Moskau

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Medwedew, Putin: Problemzonen des russischen Wirtschaftswunders im Blickfeld

von Florian Willershausen

Kremlchef Dmitri Medwedew will die Wirtschaft umbauen. Diesmal stellt sich Regierungschef Wladimir Putin nicht quer. Davon profitieren vor allem Deutsche.

Lange Zeit schien es so, als verweigere sich die russische Politik jeglicher Lehren aus der Finanzkrise. Zuerst machte Regierungschef Wladimir Putin allein die USA für das Ungemach verantwortlich, das über sein Land hereingebrochen war. Dann schleppte er marode Oligarchen-Konzerne mit Staatsgeld durch die Krise. So wollte er Entlassungen vermeiden und Unruhen vorbeugen. Anreize zur Modernisierung waren die Milliardengeschenke indes nicht.

Jetzt meldet sich Präsident Dmitri Medwedew zu Wort und fordert einen radikalen Umbau der russischen Wirtschaft. Der bisher weithin zahnlose Liberale in präsidialen Würden will sein Land durch Modernisierung und durch den Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO wetterfest machen. Erst kürzlich stauchte er drei Dutzend Oligarchen im Kreml zusammen: "Wenn Sie nicht bald wettbewerbsfähig werden, können wir viele Ihrer Unternehmen zu Grabe tragen."

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Macht Russlands Politik ernst mit diesen Absichten, profitieren davon vor allem Deutsche. Deren Interesse an Direktinvestitionen ist neu entflammt. Daimler plant zwei Joint Ventures mit Lkw-Hersteller Kamaz. Auch Dyckerhoff und ThyssenKrupp wollen investieren. Mit Spannung erwarten sie Medwedews Rede zur Lage der Nation, die er an diesem Donnerstag hält.

Auszeichnung deutschen und russischen Mittelständler

Putin stellt sich diesmal nicht quer. Vor Kurzem empfing er deutsche Vorstandsvorsitzende und versprach ihnen "jede Hilfe" bei Investitionen in Russland.

In den Fokus rückt die deutsch-russische Modernisierungspartnerschaft auch am 25. November, wenn erstmals der Otte Wolff von Amerongen-Preis verliehen wird.

Mit dem Projekt der deutsch-russischen Außenhandelskammer, das die WirtschaftsWoche als Medienpartner unterstützt, wird je ein deutscher und ein russischer Mittelständler ausgezeichnet, der in Russland beziehungsweise Deutschland besonders erfolgreich ist.

Der Preis, der von nun an im Turnus von zwei Jahren ausgelobt wird, soll zur Entwicklung eines russischen Mittelstands beitragen und die deutsch-russische Wirtschaftskooperation intensivieren.

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