Saad Hariri: Libanesischer Ministerpräsident tritt zurück

Saad Hariri: Libanesischer Ministerpräsident tritt zurück

, aktualisiert 04. November 2017, 14:32 Uhr
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„Die Hisbollah ist der Arm des Irans, nicht nur im Libanon, sondern auch in anderen arabischen Ländern.“

Quelle:Handelsblatt Online

Saad Hariri ist vom Amt des Ministerpräsidenten des Libanons zurückgetreten. In einer TV-Ansprache hatte er zuvor die Schiitenmiliz Hisbollah und dem Iran vorgeworfen, in der Region für Unruhen zu sorgen.

BeirutDer libanesische Ministerpräsident Saad Hariri ist zurückgetreten. In einer TV-Ansprache warf Hariri am Samstag der Schiitenmiliz Hisbollah sowie deren Schutzmacht Iran vor, Unruhen in der Region zu schüren. „Die Hisbollah ist der Arm des Irans, nicht nur im Libanon, sondern auch in anderen arabischen Ländern“, sagte Hariri.

Der 47-Jährige war seit Ende vergangenen Jahres Regierungschef einer breiten Koalition in dem Land am Mittelmeer. In dem Kabinett sind fast alle wichtigen politischen Parteien des Landes vereint, darunter auch die Hisbollah.

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Hariri gilt als einer der einflussreichsten Sunniten im Libanon und als scharfer Gegner der schiitischen Hisbollah, die unter anderem aufseiten von Präsident Baschar al-Assad im Nachbarland Syrien kämpft. Er war zwischen 2009 und 2011 schon einmal Ministerpräsident. Saad Hariri ist der zweitälteste Sohn des 2005 bei einem Bombenattentat getöteten Geschäftsmanns und früheren Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri. Hariris Rücktritt dürfte die Spannungen in dem Land nun erhöhen. In seiner Rede deutete er an, dass er Angst um sein Leben habe. Die Atmosphäre im Libanon sei ähnlich wie diejenige vor dem tödlichen Attentat auf seinen Vater, Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri, im Jahr 2005, sagte er.

Die radikalislamische Hisbollah (Partei Gottes) entstand 1982 mit iranischer Unterstützung als Antwort auf die israelische Invasion im Libanon. Seitdem kämpft sie politisch, aber auch mit Gewalt gegen Israel und für die Errichtung einer „Herrschaft des Islams“.

Die schiitische Partei gilt mittlerweile als eine der stärksten politischen Kräfte im multikonfessionellen Libanon. Finanziert wird sie Berichten zufolge hauptsächlich aus Teheran.

Quelle:  Handelsblatt Online
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