Schifffahrt: Piraten sollen gestoppt werden

Schifffahrt: Piraten sollen gestoppt werden

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Die Maersk Alabama nach der Befreiung aus den Händer von Piraten

Am Horn von Afrika spitzt sich die Lage zu. Fast täglich greifen somalische Seeräuber Handelsschiffe an. Vertreter der UNO, der EU und der USA beraten heute in Brüssel, wie sie die internationale Seefahrt besser schützen können.

79 Schiffe wurden schon im ersten Quartal dieses Jahres vor Somalias Küste und im Golf von Aden von Piraten angegriffen. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte die Internationale Handelskammer dort nur sechs Überfalle registriert. Weltweit attackierten Seeräuber vergangenes Jahr 293 Schiffe, 889 Seeleute nahmen sie als Geiseln, darunter auch Deutsche. 2007 hatten Piraten 292 Seeleute vorübergehend gefangen genommen. Derzeit halten somalische Freibeuter knapp 300 Seeleute fest – und fordern Lösegeld. Schätzungen zufolge nehmen Somalias Piraten so rund 30 Millionen Dollar im Jahr ein.

100.000 Dollar zusätzlich muss ein Reeder für die Versicherung eines Frachtschiffes mit 8000 Containern zahlen, wenn es den Golf von Aden durchqueren will, berichtet der Verband Deutscher Reeder. Jährlich passieren 21 000 Schiffe das Gebiet. Dort haben es Piraten vor allem auf Schiffe mit niedrigen Bordwänden abgesehen, die langsamer als 15 Knoten (28 Stundenkilometer) fahren.

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43,1 Millionen Euro stellt die Bundesregierung 2009 bereit, um im Rahmen der EU-Mission Atalanta Somalias Piraten zu bekämpfen. Derzeit sind 250 Bundeswehrsoldaten auf drei Fregatten und einem Versorgungsschiff im Golf von Aden im Einsatz. Insgesamt patrouillieren dort 36 Kriegsschiffe. Ein dauerhafter Sieg über die Piraten ist aber nur möglich, wenn es gelingt, in Somalia wieder eine staatliche Ordnung aufzubauen.

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