Schneeballsystem: EU-Kommissar soll Rentner betrogen haben

Schneeballsystem: EU-Kommissar soll Rentner betrogen haben

, aktualisiert 14. Mai 2017, 13:22 Uhr
von Katharina KortQuelle:Handelsblatt Online

US-Rentner verloren 1,5 Millionen Dollar durch das europäische Schneeballsystem „Gold Pool“ verloren haben. Am Betrug mit den windigen Anlagen soll auch ein ehemaliger EU-Kommissar beteiligt gewesen sein.

New YorkEin korrupter EU-Kommissar, Reisen auf die Bahamas und betrogene US-Rentner: Der Skandal rund um die „Gold-Pool“-Anlagen hat das Zeug für einen guten Krimi.

Sie dachten, sie helfen mit ihren Investitionen christlichen Minen in Afrika. Doch stattdessen investierten die amerikanischen Rentner in ein Schneeballsystem. Statt der versprochenen zehn Prozent Rendite verloren sie fast ihr gesamtes Geld. Das besonders Brisante an der Geschichte: Hinter dem Anlagebetrug soll laut einem Artikel der „New York Times“ der ehemalige EU-Kommissar John Dalli stecken.

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Der heute 68-jährige Politiker aus Malta hatte 2012 seinen Posten als EU-Gesundheitskommissar räumen müssen, weil ihm vorgeworfen wurde, Gelder von Interessengruppen angenommen zu haben. Damals war es zu einem großen Skandal gekommen.

Mittlerweile gehen die europäischen Ermittler davon aus, dass Dalli auch hinter dem davon unabhängigen Anlagebetrug steckt, mit dem Investoren mindestens 1,5 Millionen Dollar verloren haben. Doch bisher ist laut dem Bericht der „New York Times“ nichts geschehen. Dalli weist alle Vorwürfe zurück und wirft dem Chef der europäischen Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF, Giovanni Kessler, persönlichen Groll gegen ihn vor.

Das FBI hat sich laut der US-Zeitung über die mangelnde Zusammenarbeit von Malta beklagt. Dalli ist 1948 auf dem kleinen Inselstaat geboren worden und hat zunächst eine kaufmännische Ausbildung absolviert, bevor er später zum Management-Berater und 1987 zum Politiker wurde. Es folgten der Posten des Finanzministers und des Außenministers. 2010 kam dann der Sprung nach Brüssel, wo er sein Amt jedoch nach zwei Jahren räumen musste.

Die Ermittler haben unter anderem verschiedene Reisen auf die Bahamas und Kontakte zu windigen Personen stutzig ausgemacht. Außerdem sollen die Verkäufer der „Gold-Pool“-Anlagen mit dem Namen des EU-Kommissars als Bekannten geworben haben. „Die Tatsache, dass John Dalli als EU-Kommissar involviert war, gab mir Vertrauen“, sagte der Investor James Geiger den Ermittlern laut „New York Times“. Geiger soll 600.000 Dollar investiert und verloren haben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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