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Schulden: Kalifornien steht vor dem Ruin

von Matthias Hohensee

Der Börsengang von Facebook wird vermutlich mindestens 2,5 Milliarden Dollar in die klammen Kassen Kalifornien spülen. Doch selbst der Boom im Silicon Valley kann die Finanzklemme des Staates nicht lösen.

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Es ist ein unerwarteter Geldsegen: Der im Frühjahr erwartete Börsengang des sozialen Netzwerks Facebook wird der kalifornischen Staatskasse vermutlich mindestens 2,5 Milliarden Dollar einbringen. Das hilft dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA aber nur wenig. Das Defizit im aktuellen Budget, das insgesamt 94 Milliarden Dollar umfasst, wird sich dank der Facebook-Milliarden lediglich auf etwa 12,5 Milliarden Dollar verringern.

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Es war schon einmal schlimmer. Noch Anfang 2011 betrug die Lücke im Etat 26,6 Milliarden Dollar. Seitdem hat der Staat massiv Ausgaben gekürzt. „Während es im Silicon Valley und im Energiesektor boomt, stagniert die restliche Wirtschaft, auch wegen der Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben“, sagt Robert Dye, Chefökonom der Comerica Bank – das gilt vor allem für den Bau.

Sondersteuer für Millionäre?

Weil öffentliche Zuschüsse gestrichen und die Studiengebühren angehoben wurden, bietet nun erstmals die Eliteuniversität Harvard günstigere Studiengänge an als die staatliche University of California, Berkeley. Harvard kostet eine Familie mit einem Jahreseinkommen von 130 000 Dollar im aktuellen Studienjahr dank Zuschüssen rund 17 000 Dollar im Jahr, Berkeley verlangt 19 500 Dollar.

Eine Bürgerinitiative sammelt derzeit Unterschriften für eine Sondersteuer für Millionäre. Deren Aufkommen soll Studieren wieder billiger machen. Doch selbst der demokratische Gouverneur Jerry Brown hält das für Populismus. „Wenn diese Einkommensgruppe mal ein schlechtes Jahr hat, haben wir umso mehr Ausfälle“, sagt er. Brown will deshalb Verkaufs- und Einkommensteuern generell erhöhen.

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 19.03.2012, 21:32 UhrNANU-NANA

    Geht in den USA ein Bundesstaat in die Insolvenz, so geschieht dies nach CH8. Unter CH8 muß dann dieser Aktiva, also Vermögenspositionen (Assets) an die Gläubiger abtreten. Werden die Schulden aber von einem Treuhändler verwaltet, so hat dieser mit seinem Stimmrecht die Möglichkeit die Zinskosten der Schuldscheine so weit zu senken, dass diese wieder bezahlbar sind. Das US-System ist dem europäischen durch die Assetübertragung - direkte Haftung mit Vermögen - dem europäischen Überlegen. In Europa übertragen sie nicht mal ein Schwein, der Gläubiger geht leer aus bei europäischen Insolvenzen, daher eine arme Sau.

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