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Schuldenabbau: Nach G20: Was tun, Herr Schäuble?

von Christian Ramthun

Die Bundesregierung will mit einer Finanztransaktionssteuer ihre Schulden abbauen. Doch die wichtigsten Wirtschaftsnationen wollen nicht mitziehen.

Christian Ramthun Quelle: Werner Schüring für WirtschaftsWoche
Christian Ramthun Quelle: Werner Schüring für WirtschaftsWoche

Die Worte von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble waren klar und eindeutig: „Nach Toronto geht’s los!“, sagte der Minister im Interview mit der WirtschaftsWoche vor dem G8/G20-Gipfel in der kanadischen Metropole. Gemeint ist die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, ob nun global oder europäisch oder auch nur kontinentaleuropäisch. Nach Toronto ist nun klar, dass es keine klare Linie unter den zwanzig führenden Wirtschaftsnationen gibt. Und Deutschland ist im Wort, trotzdem und zumindest hierzulande eine Abgabe auf Finanzgeschäfte einführen. Schließlich sind dafür auch zwei Milliarden Euro ab 2012 im Sparpaket der Bundesregierung eingeplant.

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Gesetz nach der Sommerpause

Eine Finanzmarktsteuer nur in Deutschland, oder vielleicht auch noch beim Partner Frankreich, wäre ein Risiko. Die Banken könnten Deutschland teilweise den Rücken zukehren, ihre Eigengeschäfte in Singapur oder London fortführen. Beispiele aus der Vergangenheit werden beschworen. Als die Amerikaner ihren Finanzsektor in den sechziger Jahren regulierten, profitierte London, wo der Euro-Dollar-Markt entstand. Und von der Börsenumsatzsteuer, die in Deutschland bis Anfang der neunziger Jahre galt, profitierte ebenfalls die Londoner City. Darauf weisen die Bankenlobbyisten derzeit in ihren vielen Gesprächen in der Bundeshauptstadt hin.

Bleibt die Frage, ob sich die Bundesregierung davon beeindrucken lassen darf. Soll sie auf die Finanztransaktionsteuer verzichten, um nicht Bankgeschäfte zu verlieren? Oder müssen die Finanzjongleure nicht doch zur Kasse gebeten werden? Finanzminister Schäuble wird in den kommenden Wochen reichlich Zeit haben, das Für und Wider abzuwägen. Nach der Sommerpause muss er dann dem Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zum Sparpaket präsentieren – mit oder ohne Finanztransaktionsteuer.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.06.2010, 12:50 UhrAnonymer Benutzer: Private

    @Rainer: Empfehle ihnen, sich mit den negativen Erfahrungen bei der börsenumsatzsteuer zu befassen. Viele Länder haben diese abgeschafft, darunter auch Deutschland. Mit dem Slogan "Hauptsache Steuereinnahmen" kommt man hier nicht weiter. Eine Steuer, die mehr Einnahmen vernichtet als sie bringt, ist Unsinn. Populistischen und oft nur gefühlt "gerechten" Steuerblödsinn haben wir schon genügend.

  • 29.06.2010, 14:17 UhrAnonymer Benutzer: Rainer

    Die Finanztransactionssteuer hat neben der Erhöhung der Staatseinnahmen die noch viel wichtigere Eigenschaft, das Risiko aus der Geldmaschine investmentbanking herauszunehmen, Sand in deren Getriebe zu streuen.
    Die an die Realwirtschaft Kredite vergebenden banken würde die Finanztransactionssteuer nicht treffen, das ist der wesentliche Punkt.

    Sollen die investmentbanken doch gehen, dann sind wir - der deutsche Steuerzahler- deren Risiken los.
    Natürlich werden auch einige Produkte der investmentbanken tatsächlich gebraucht- Stichwort Termingeschäfte. Aber die können dann auch in London oder Wallstreet eingekauft werden.

    Wo zum Teufel ist also das Problem der Einführung dieser Steuer ?
    Wie die banken auch immer darauf reagieren, für den Staat und die Realwirtschaft gibt es kein Problem.

  • 29.06.2010, 01:46 UhrAnonymer Benutzer: Rico

    Unsere Doofies, die bevorzugt machen was ankommt und nicht auf was es ankommt, werden es schon richten. Gleich geht´s los und wieder in die Hos - das kennen wir schon. Danke vielmals, ihr Stümper.

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