Schuldenkrise: Den Ratingagenturen ausgeliefert

Schuldenkrise: Den Ratingagenturen ausgeliefert

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Das Eurozeichen vor der Europäischen Zentralbank

Die Prominenz aus Politik und Wirtschaft versucht alles, um Griechenland zu retten. Doch das Schicksal der Währungsunion liegt in den Händen der Ratingagenturen.

Es soll freiwillig aussehen, darf aber nicht freiwillig sein. Es soll weh tun, darf aber keinen Schaden anrichten. Es soll Schuldenlast nehmen, darf aber keine Umschuldung sein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der auch dem einflussreichen Institute of International Finance, vorsitzt, tüfteln an einer Konstruktion, die das schier Unmögliche möglich machen soll: Griechenland entschulden, ohne es pleitegehen zu lassen.

Die mächtigen Männer sind Getriebene. Getriebene ihrer eigenen Fehler – und der Ratingagenturen. Denn diese entscheiden dieser Tage über Wohl und Wehe in Europa. Stufen sie die Bonität griechischer Anleihen auf Default herab, bricht Panik aus auf den Finanzmärkten. Die EZB müsste den Griechen den Geldhahn zudrehen. Griechenlands Banken würden kollabieren, dies könnte eine Kettenreaktion auslösen. Irische, portugiesische und spanische Banken drohten dann ebenfalls zu kippen. Auch in Deutschland und Frankreich würde es ungemütlich.

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Die Zukunft des Euro steht auf der Kippe

Griechenland ist pleite. Dennoch halten die Ratingagenturen an ihrem schlechten, aber noch nicht vernichtenden Urteil fest. Das rettet die Griechen – bislang. Noch können sich die Banken des Landes weiter Geld bei der EZB borgen. Doch das Rating und damit die Zukunft Griechenlands und des Euro stehen auf der Kippe.

Gleichzeitig steigt der Druck auf Schäuble, nun endlich auch private Gläubiger zu beteiligen. Deshalb will er die Banken dazu bewegen, fällig werdende Anleihen für weitere sieben Jahre zu verlängern. Doch wie soll das gehen? Die Reputation der EZB und die Stabilität der Finanzmärkte stehen auf dem Spiel. Gemeinsam mit Trichet und Ackermann sucht er nach einer Lösung. Doch wie immer diese auch aussehen wird – ob etwas daraus wird, das entscheiden die Ratingagenturen.

Klar ist: Eine unfreiwillige Laufzeitverlängerung darf es nicht geben. Hier will und kann die EZB nicht mitspielen. Mit ihrer Entscheidung, griechische Staatsanleihen zu kaufen und diese als Sicherheiten zu akzeptieren, hat sie sich verletzbar gemacht. Jetzt will sie sich nicht noch weitere Risiken in die Bücher holen, geschweige denn die bestehenden verlängern. Eine Restrukturierung der griechischen Staatsanleihen wäre ein „enormer Fehler“, warnt EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Es gebe andere Konzepte, um private Geldgeber an der Finanzierung zu beteiligen.

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