Schuldenkrise: EU im Ausnahmezustand - Seite 2

Schuldenkrise: EU im Ausnahmezustand

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Euro-Zone auf Sparkurs

Griechenlands Premierminister Quelle: REUTERS
Griechenlands Premierminister George Papandreou (links) begrüßt EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Athen Quelle: REUTERS

Heute wurden Drohungen seitens der EU-Kommission lauter, Zahlungen aus EU-Fonds an Griechenland zugunsten ärmerer Regionen einzufrieren. Der designierte neue EU-Finanzkommissar Olli Rehn hatte Griechenland bereits gestern kritisiert. Der Finne sagte, Solidarität müsse in beide Richtungen gehen. Griechenland ist bisher größter Profiteur in der EU von sogenannten Kohäsionsfonds. Heute forderte der neue ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy das Mittelmeerland auf , das Defizit bis 2012 unter die Drei-Prozent-Grenze zu drücken. „Es ist im Interesse der gesamten EU,“ meinte Van Rompoy nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou in Athen.

Aber auch in anderen Ländern der Euro-Zone werden Politiker die Menschen auf einen Sparkurs einstimmen müssen. Irlands Zahlen etwa sind, mit einer Schuldenlast von 161 Milliarden Euro und 14,7 Prozent Haushaltsdefizit, noch schlimmer als die der Griechen. „Die aktuellen Fiskaltrends sind unhaltbar“, urteilt die EU-Kommission über die gesamte Euro-Zone. Selbst wenn sich die Wirtschaft wieder erholt, die Steuereinnahmen steigen und die Pakete zur Konjunkturbelebung zurückgefahren werden, „wird das in den meisten Fällen nicht ausreichen, um die öffentlichen Finanzen auf einen durchhaltbaren Kurs zu bringen“. In einer Simulation errechneten die Experten aus der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen, dass Deutschland einen Haushaltsüberschuss von zwei Prozent erreichen müsste, um bis 2020 den Schuldenstand auf die erlaubten 60 Prozent des BIPs zurückzufahren.

Geldneudruck ist kein Ausweg

Ein möglicher Ausweg für die Staaten wäre es, dass diese mehr Geld drucken. Doch die negativen Effekte von mehr Inflation wären hoch. Carlo Cottarelli und José Viñals, Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF), haben berechnet, dass bei einer Inflationsrate von sechs Prozent die Schuldenquote der Industrieländer in den kommenden fünf Jahren zwar um acht bis neun Prozentpunkte sinken würde. Trotzdem würde so aber bis 2014 nur ein Viertel des zu erwartenden Schuldenanstiegs aufgefangen. Zugleich würde hohe Inflation aber die Refinanzierung der Staaten und Unternehmen mittelfristig erhöhen – sie müssten mehr Zinsen zahlen – und möglicherweise eine Erholung der Wirtschaft verhindern. In Brüssel werden solche Studien aufmerksam gelesen.

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15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.01.2010, 09:16 UhrAnonymer Benutzer: eurofeind

    Na endlich, die götterdämmerung für die aufgedrückte zwangsherrschaft der eu ist in sichtweite ..... das ist doch ein grund zum feiern.

  • 19.01.2010, 22:18 UhrAnonymer Benutzer: Sunny

    @ bilderberger

    ihre Erwartungen werden sich nicht erfüllen. Erinnern Sie sich: der bekennende Leninist Gorbatschow wollte die Sowjetunion reformieren!
    Scenario: Sowjetunion gibt DDR frei. Die EU wird aufgebaut und ist den Sowjets ewig dankbar, daß nicht nur die europaweite Freihandelszone ausgeweitet wird, sondern auch eine gemeinsame Währung eingeführt.

    Nicht nur die Regierungen sind gänzlich unglaubwürdig geworden, Stichworte: Schweinegrippe, Klimagipfel, wirtschaftliches Desaster - die Sowjetunion implodierte in dem Augenblick, als ihr Expansionsdrang gehemmt war.

    Selbstgerechte Riesenreiche wie diese können nur mit stetig wachsendem Angst und Schrecken regiert werden, später physischer Gewalt, und für letzteres fehlt es den Protagonisten ganz einfach an Mitteln. Wer läßt sich noch ängstigen? Es kommt nichts nach! Schauen Sie auf ihre Kritik!
    Wir werden zurückfallen in die ursprünglichen Grenzen, natürlich unter Schmerzen. DM willkommen!

  • 15.01.2010, 12:07 UhrAnonymer Benutzer: RDA

    ALso - zahlen müsste die reicheren (bzw. genauer größeren und kreditwürdigeren) Länder wie Deutschland und Frankreich so oder so für Griechenland, irland etc. Selbst wenn die "no-bailout"- Klausel der EU beibehalten wird und auch keine Jumbo-Anleihen mehrerer Staaten aufgelegt werden, würde der iWF einspringen und Griechenland einen Kredit geben. Dieser wiederum wäre zu refinanzieren über die großen Geberländer wie Deutschland, Frankreich & Co.

    Der iWF ist eigentlich auf die Unterjochung von Schwellenländern ausgerichtet und hat damit wesentlich härtere instrumente, von den entsprechenden Empfängerländern Sparkurse einzufordern, als die EU dies hat. Also EU, lasst GR mal schön baden gehen und hetzt ihm dann den iWF auf den Hals. Dann verscherzt ihr es Euch auch nicht mit den Griechen im Rat der EU, deren Stimme ihr dann und wann braucht. Mein Tipp an die griechische Regierung: Streichung von Posten im ÖD und massive Erhöhung von Umsatz- und Energiesteuern, um die Erträge der Schattenwirtschaft einzufangen. Hiervon müssten jedoch an Rentner, Arbeitslose und Familien mit Kindern mit Unterstützungszahlungen ausgenommen werden.

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