Schuldenkrise: EU und IWF müssen Griechenland retten

Schuldenkrise: EU und IWF müssen Griechenland retten

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Der griechische Premierminister Giorgos Papandreou im griechischen Fernsehen: Er hat IWF und EU offiziell um finanzielle Hilfen gebeten

von Silke Wettach

Griechenland setzt den Hilfsmechanismus in Gang und bittet den Internationalen Währungsfonds sowie die Mitglieder der Europäischen Union um finanzielle Hilfe. Der genaue Zeitrahmen ist jedoch ungewiss.

Nach den Turbulenzen an den Finanzmärkten vom Donnerstag war es keine Überraschung: Griechenland hat bei der EU und dem  Internationalen Währungsfonds (IWF) am Freitag um Hilfe gebeten. In einem Brief an den Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, Eurogruppenchef Jean Claude Juncker, und EU-Finanzkommissar Olli Rehn hat der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou beantragt, den im März vereinbarten Hilfsmechanismus in Gang zu setzen.

Unklar ist nun, wie viel Geld die Griechen in einem ersten Schritt bekommen. Der Hilfsmechanismus sieht von der EU in diesem Jahr bis zu 30 Milliarden Euro vor, vom IWF könnten bis zu 15 Milliarden Euro kommen. Aber es steht noch nicht fest, ob die Griechen, die Obergrenzen auch gleich ausschöpfen.

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IWF-Sanierungskonzept fehlt noch

Auch der genaue Zeitrahmen bleibt vage. Die EU-Kommission sichert den Griechen zu, den Antrag schnell zu bearbeiten. Sie muss ihn, genauso wie die EZB und der IWF prüfen. Die Finanzminister der Eurogruppe müssen dem Ansuchen einstimmig zustimmen. Sie werden in einer Video-Konferenz debattieren, um möglichst schnell eine Entscheidung treffen zu können. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Griechenland erst Geld bekommen wird, wenn das Sanierungskonzept des IWF steht. Derzeit ist eine Abordnung des IWF in Athen und sondiert die Lage.

Die gestrigen Ereignisse an den Kapitalmärkten machten deutlich, dass Griechenland die Zeit davon lief. Nachdem die europäische Statistikbehörde das Haushaltsdefizit auf 13,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach oben korrigiert hatte von ursprünglich 12,7 Prozent, stufte die Rating-Agentur Moody´s griechische Staatsanleihen herab, nachdem sie schon im Dezmember das Rating gesenkt hatte. Die Rendite für griechische Anleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren schoss gestern um zwei Punkte in die Höhe – auf über zehn Prozent. Der Zins von zehnjährigen Anleihen stieg auf  8,8 Prozent. Die Finanzierungskosten Griechenlands hatten somit das höchste Niveau seit 1998 erreicht. Die Staatspleite rückte in greifbare Nähe, zumal im Mai Staatsanleihen im Volumen von 11,3 Milliarden Dollar fällig werden.

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