Schuldenkrise: EZB-Experten beobachten Lage in Irland genau

Schuldenkrise: EZB-Experten beobachten Lage in Irland genau

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Haushhaltssaldo und Staatsschulden Irland

von Yvonne Esterházy

Die Finanzkrise in Irland spitzt sich zu, das Misstrauen von Anlegern und Investoren wächst. Expertenteams der Europäischen Zentralbank reisen nach Dublin.

Brian Lenihan kommt nicht zur Ruhe. Von Tag zu Tag wächst die Angst der Anleger vor einer Zahlungsunfähigkeit Irlands, und das treibt die Risikoaufschläge (Spreads) für irische Anleihen sowie die Kosten für die Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps) in Rekordhöhe. Sosehr der irische Finanzminister auch um das Vertrauen der Investoren und der Märkte wirbt und versichert, dass Irland bis Mitte nächsten Jahres voll finanziert sei, so hat er doch nicht verhindern können, dass die Panik an den Märkten wächst.

Damit nicht genug, kam kürzlich auch noch eine Attacke von der Heimatfront: Irland sei faktisch bereits insolvent, urteilte der renommierte Volkswirt Morgan Kelly vom University College Dublin. „Im September hat die Republik Irland als unabhängiges fiskalisches Gebilde aufgehört zu existieren und ist zu einer Abteilung der Europäischen Zentralbank geworden“, schrieb der Professor in der Tageszeitung „Irish Times“.

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Schon seit einiger Zeit schickt die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt regelmäßig Expertenteams nach Irland, um die Lage zu erkunden, die irische Haushaltspolitik zu analysieren und mit Politikern und Finanzfachleuten dort zu sprechen. Geleitet werden die Teams von dem Deutschen Klaus Masuch, der bei der EZB die Abteilung EU-Länder leitet. Masuch kennt sich aus mit notleidenden Staaten. In den vergangenen Monaten hatte er im Auftrag der EZB mit der griechischen Regierung verhandelt.

Auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise im Mai hatten die europäischen Regierungschefs einen Schutzschirm für Euro-Staaten mit dem komplizierten Namen Europäische Finanzstabilitätsfazilität (EFSF) geschaffen, der Ländern der EuroZone finanziell helfen soll, die sich am Markt nicht mehr zu vertretbaren Zinsen finanzieren können. Chef der EFSF wurde Anfang Juli der Deutsche Klaus Regling. Zwar stellte die EU-Kommission am vergangenen Donnerstag erneut klar, dass die Inselrepublik bisher nicht um Finanzhilfen gebeten hat.

Sollte sich das aber einmal ändern, dann wäre mit Reling ein fundierter Irlandkenner am Zug. Denn unmittelbar vor seiner Berufung zum EFSF hatte er – damals noch als selbstständiger Berater mit seiner Firma KR Economics – im Auftrag des irischen Finanzministers Lenihan von Februar bis Ende Mai dieses Jahres die Ursachen der irischen Bankenkrise untersucht.

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