Schuldenkrise: Frankreich stagniert, Österreich bangt

Schuldenkrise: Frankreich stagniert, Österreich bangt

Bild vergrößern

Nicolas Sarkozy sorgt sich um die französische Wirtschaft.

von Tim Rahmann

Zwei Spitzenschuldner der Eurozone droht Ungemach. In Frankreich stagniert überraschend die Wirtschaft, der Spardruck auf die Regierung nimmt zu. Auch an Österreichs Kreditwürdigkeit gibt es Zweifel. Schuld ist der hohe Schweizer Franken.

Die französische Wirtschaft stagniert – und stellt die Erholung der gesamten Euro-Zone zunehmend in Frage. Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft im Währungsraum verharrt auf dem Niveau des Vorquartals, der Zuwachs tendierte gegen Null, so das nationale Statistikamt.

Die schlechten Nachrichten erhöhen den Druck auf die Regierung in Paris, mit Sparpaketen den hohen Schuldenberg abzubauen. Das Land ist mit rund 1,6 Billionen Euro verschuldet, das sind fast 82 Prozent des BIP. Das Haushaltsdefizit lag im vergangenen Jahr bei minus 7,1 Prozent. In diesem Jahr wird der Fehlbetrag im Etat bei 5,7 Prozent liegen. Der Maastricht-Grenzwert liegt bei drei Prozent.

Anzeige

Bereits unter der Woche gab es Gerüchte um eine mögliche Herabstufung des Spitzenschuldners. Nicolas Sarkozy unterbrach seinen Urlaub, um die Märkte zu beruhigen und das „AAA“-Rating zu verteidigen. Er unterstrich, dass er das Haushaltsdefizit des Landes bereits 2013 unter die Drei-Prozent-Marke drücken wird.

Die Zweifel wachsen

Doch die Zweifel wachsen, wie ernst es die Regierung mit ihren Sparanstrengungen meint. Schließlich sind im Frühjahr 2012 Präsidentschaftswahlen. Das französische Kabinett machte bereits deutlich, dass es keine unpopulären Maßnahmen geben wird. Steuern würden nicht erhöht, so Finanzminister Francois Baroin.

Spätestens die neuen Zahlen zum Wirtschaftswachstum machen auch die Hoffnungen zunichte, höhere Steuereinnahmen dank einer ansteigenden Konjunktur zu generieren. Vielmehr wird deutlich, dass Frankreichs Wirtschaft kränkelt.

Die Löhne sind im EU-Vergleich relativ hoch, der Arbeitsmarkt ist wenig flexibel und das Bildungssystem verliert den Anschluss. In der PISA-Studie rutschte Frankreich zwischen 2000 und 2009 im Durchschnitt sieben Plätze ab und liegt zum Teil weit hinter Deutschland.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%