Schuldenkrise: Frankreichs Widerstand gegen Deutschland wächst

Schuldenkrise: Frankreichs Widerstand gegen Deutschland wächst

, aktualisiert 17. November 2011, 10:43 Uhr
Bild vergrößern

Doch nicht einig? Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy.

von Tino AndresenQuelle:Handelsblatt Online

Zwar demonstrieren Angela Merkel und Nicolas Sarkozy in der Schuldenkrise Eintracht, doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. In Frankreich regt sich immer mehr Widerstand gegen die harte Linie Deutschlands.

ParisZuletzt haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy Europa in der Schuldenkrise den Weg gewiesen. Auch wenn die beiden nach außen demonstrativ an einem Strang ziehen, darf das aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen ihnen ein tiefes Misstrauen herrscht.

Auch rüttelt Frankreichs Regierung immer heftiger an den mühsam gefundenen Kompromissen. Dabei tut sich vor allem Wirtschafts- und Finanzminister François Baroin hervor. Bei einer Veranstaltung gestern Abend sagte er: „Die Position Frankreichs, um die Ansteckung zu vermeiden, ist, dass der europäische Fonds (EFSF) über eine Banklizenz verfügt.“ Zuvor hatten sich die Franzosen dem deutschen Widerstand gebeugt und auf diese Forderung verzichtet.

Anzeige

Baroin, der sein Land „im Krieg gegen die Spekulanten und die deregulierten Märkte“ sieht, hat zudem seinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass die EZB als Lender of last resort agieren soll. „Es stimmt, dass die amerikanische Zentralbank einschreitet und das nicht ihre Unabhängigkeit in Frage stellt." Auch die Banken von Japan und England würden das so machen. "Aber Deutschland hat eine Geschichte, eine Erinnerung an die Inflation, die Überschuldung“, sagte er zwar diplomatisch, aber dennoch klar verständlich in einem Interview mit der Wirtschaftstageszeitung „Les Echos“ vom Mittwoch. Diese Meinung vertritt auch Staatspräsident Nicolas Sarkozy, er hält sich öffentlich bei diesem Thema aber zurück.

Die Äußerung von Bundesbankchef Jens Weidmann, wonach es nicht Aufgabe der EZB sei, die Arbeit der Staaten zu erledigen, hat Baroin nicht sonderlich beeindruckt. „Wir respektieren die deutsche Geschichte, und die Staaten müssen natürlich ihre Arbeit machen, aber wir betrachten die EZB weiterhin als ein wichtiges Element der Antwort auf diese Krise.“

Für Frankreich wird die Finanzierung auf den Anleihemärkten immer teurer. Das Land muss für zehnjährige Anleihen inzwischen einen doppelt so hohen Zinssatz bezahlen wie Deutschland. Eine französische Regierungssprecherin sagte, sie vertraue darauf, dass die EZB alle für die Finanzstabilität der Euro-Zone nötigen Maßnahmen ergreifen werde:„Wir denken, dass der Risikoaufschlag französischer Anleihen gegenüber deutschen nicht gerechtfertigt ist.“

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%