Schuldenkrise : Grabesstimmung in der Euro-Zone

Schuldenkrise : Grabesstimmung in der Euro-Zone

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Frankreichs Staatspraesident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

von Silke Wettach

Die europäischen Staaten befürchten, sich nach der Herabstufung der US-Bonität mit dem Krisen-Virus der USA anzustecken. Einzelne Börsen stürzen ab. Für Italien gibt es eine erste Entwarnung, die EZB hat am Montag Staatsanleihen gekauft.

In Europa wächst die Angst, dass die Herabstufung der US-Bonität durch die Ratingentur Standard & Poor´s am Freitag die Euro-Zone in Mitleidenschaft zieht. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Ministerpräsident Nicolas Sarkozy haben auf eine Erklärung verzichtet, um die Märkte nicht zu beunruhigen. Beide haben angekündigt, die Eröffnung der Märkte am Montag aufmerksam zu verfolgen.

Wie angespannt die Nerven von Politikern und Notenbankern sind, zeigt das Krisenmanagement am Wochenende. Am Sonntagabend erörterten die Notenbanken der Euro-Zone in einer Konferenzschaltung die Lage. Die G-7-Finanzminister haben am Montagmorgen nach einer Telefonkonferenz erklärt, sie wollten gemeinsam für ein Funktionieren der Finanzmärkte sorgen und Finanzstabilität und Wirtschaftswachstum stützen.

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EZB kauft italienische Anleihen

Bereits am Sonntagabend hatte die EZB angekündigt, Schritte einzuleiten, um die Finanzkrise in Italien abzuwenden. Die Risikoprämien des Landes waren in den beiden vergangenen Wochen bereits in die Höhe geschnellt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg hat die Europäische Zentralbank am Montag früh damit begonnen, italienische und spanische Staatsanleihen im Markt zu kaufen. Dagegen habe die EZB keine Staatspapiere Irlands oder Portugals gekauft.

Der Kauf der italienischen Anleihen wird helfen, die hohen Zinsen auf italienische Schuldverschreibungen auf ein niedrigeres Niveau zu drücken. Die Zinsen waren von unter vier Prozent Ende vergangenen Jahres auf über sechs Prozent am Freitag gestiegen. Experten bewerteten dies als ernsthafte Belastung für die italienischen Staatsfinanzen.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Zentralbank werde ihr seit vier Monaten ruhendes Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen wiederbeleben. Der Vorsitzende der belgischen Zentralbank erklärte, sein Institut habe Staatsanleihen aus Irland und Portugal gekauft, jedoch keine spanischen und italienischen Papiere. Angesichts des zunehmenden Drucks seitens der Märkte kündigte der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Freitag an, den Staatshaushalt bereits bis 2013 auszugleichen und weitreichende Reformen durchzusetzen

Gefährliche Situation

„Europa befindet sich in einer unglaublich gefährlichen Situation“, urteilt Nick Kounis, Leiter der Makro-Ökonomischen Analyse bei der niederländischen Bank ABN Amro. „Es besteht das Risiko, dass die Herabstufung der US-Bonität die Marktteilnehmer noch mehr beunruhigt.“ In der vergangenen Woche waren die Risiko-Aufschläge für italienische, aber auch für spanische Staatsanleihen auf das höchste Niveau seit Einführung des Euro gestiegen. 

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