Schuldenkrise: Großbritannien am Abgrund - Seite 6

Schuldenkrise: Großbritannien am Abgrund

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Royal Bank of Scotland Quelle: REUTERS
Royal Bank of Scotland Quelle: REUTERS

Zumal die Politik insgeheim weiter mit der Finanzbranche kuschelt. Im Wahlkampf machen sich Verbalattacken auf die unpopulären Banker zwar gut. Doch mit ihrem Widerstand gegen die geplante neue europäische Hedgefondsregulierung und die Beibehaltung von enormen Steuerprivilegien für ausländische Banker geben Brown und Darling zu verstehen, dass sie weiter auf die City setzen. Auch Schattenfinanzminister George Osborne und Oppositionsführer David Cameron werden sich hüten, eine Branche zu vergrätzen, die den Tories in den vergangenen vier Jahren rund 16 Millionen Pfund spendete.

Obwohl Teile der City wieder boomen, ist unklar, wie nachhaltig sich die Bankenlandschaft stabilisiert hat. Die Skandalbank Northern Rock, deren drohender Kollaps 2007 für Aufregung sorgte, wird auf die Reprivatisierung vorbereitet. Faule Kredite wurden in eine Bad Bank ausgelagert, der gesunde Teil soll in den nächsten Monaten verkauft werden. Barclays gilt gar als Gewinner der Krise: Das Finanzunternehmen übernahm nach der Pleite von Lehman Brothers deren US-Geschäft und stärkte so die eigene Investmentbanktochter Barclays Capital.

Düster sieht es bei der Royal Bank of Scotland aus, die mittlerweile zu 84 Prozent dem Staat gehört und nur dank einer Finanzspritze von 45 Milliarden Pfund gerettet werden konnte. Die Bank dürfte frühestens 2011 wieder Gewinn machen.

Jetzt haben erst einmal die Wähler das Wort. Und es ist denkbar, dass Gordon Brown in wenigen Monaten als Chef einer handlungsunfähigen Minderheitsregierung schon wieder zum Buckingham Palace fahren muss. Als Staatsoberhaupt hätte Elizabeth II dann allerdings das Recht, sich dem Wunsch nach abermaligen Neuwahlen zu widersetzen – wenn sie glaubt, dass dies der Wirtschaft schadet. 

20 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.10.2011, 10:07 UhrAnonymer Benutzer: Andre

    ja das is sowas von voll meine meinung aldaaa Graet brittan is sooo am ARSCH xD

  • 21.04.2010, 16:39 UhrAnonymer Benutzer: Emigrant

    Die Häme in manchen Kommentaren ist nicht angebracht. ich reise regelmässig 3-4 jährlich nach UK und mir ist einiges sehr positiv aufgefallen.

    Die briten sind generell weniger staatsgläubig und mehr entrepreneur als die Deutschen. Der Dienstleistungssektor profitiert davon. Wirtschaftliches Denken wird schon an den Schulen gefördert davon kann ja wohl in D keine Rede sein. Der Staat setzt, davon bin ich überzeugt, Einsparungen im public office nach der Wahl konsequent um. Die Währung ist unabhänig und national und kann somit individuell auf die beduerfnisse v. UK reagieren. Steht wohl deutlich in Kontrast zur Euro Währung(PiiGS). Und dann ist English nun mal Wirtschaftssprache Nr. 1 - auch ein Vorteil - gerade für investoren.

    Die bevölkerung ist jung und Zuwanderung nach wie vor stark. Old Europe hat da deutliche Defizite.

    Deswegen habe ich zu günstigen Wechselkursen einen Grossteil meines Kapitals in £ angelegt. ich spekuliere auf ein besser als erwartetes comeback der britischen Volkswirtschaft. Wäre nicht das erste Mal das ich in UK gut verdient habe.

  • 19.04.2010, 15:13 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Wenn man z.b. Maschinenfabriken in U.K. besichtigt, wähnt man sich in einem "Dritte-Welt-Land", nicht nur weil man dort keine "weißen" Engländer mehr sieht. Die ingenieur-Leistungen und die Produktqualität sind oft unzureichend. Der Maschinenpark ist meist total veraltet. Die englischen Talente sind alle in die bankenwelt Londons abgetaucht. Dann kamen englische Private-Equity-Fonds der banken nach Deutschland, hatten überhaupt kein technisches Wissen, und erzählten etwas von Kostenvorteilen z.b. in U.K. und wollten verlagern (Ost-Europa, China). in U.K. wurde viel heiße Luft erzeugt. Der ballon ist geplatzt.

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