Schuldenkrise: Kurze Atempause für Griechenland und die EU

Schuldenkrise: Kurze Atempause für Griechenland und die EU

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Eurogruppen-Prasident Jean-Claude Juncker will für die Zukunft vorbeugen und fordert eine Änderung der EU-Verträge

von Silke Wettach

Es ist zu früh für Entwarnung: Auch nach der Einigung auf die technischen Details der Griechenland-Hilfe bleiben viele ungeklärte Fragen.

Die Woche begann vielversprechend. Die Börsen in Asien reagierten am Montagmorgen positiv auf das Griechenland-Hilfspaket, das die Finanzminister der Eurogruppe am Sonntag in einer eilig einberufenen Telefonkonferenz beschlossen hatten. In Frankfurt kletterte der deutsche Aktienindex Dax zu Handelsbeginn auf den höchsten Stand seit September 2008, der Euro erreichte im Verlauf des Vormittags immerhin seinen höchsten Stand seit drei Wochen. Und die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen gingen um 45 Basispunkte zurück, so dass ihre Rendite nur noch um 3,5 Prozentpunkte höher lag als die von deutschen Bundesanleihen. Es sah ganz so aus, als ob die Einigung vom Sonntag die erhoffte Wirkung zeigte.

Effekt des Rettungsplans ist verpufft

Doch schon gegen Mittag macht sich Enttäuschung breit. Der Effekt des Rettungsplans ist verpufft, die europäischen Börsen haben ihre Kursgewinne weitgehend abgegeben. Überraschend ist das nicht. Denn auch nach dem Beschluss vom Sonntag bleiben viele offene Fragen.

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Eurogruppen-Präsident Jean Claude Juncker gab am Montag zu, dass die punktuelle Hilfe für Griechenland bei weitem nicht ausreicht, um die Zukunft der Eurozone zu sichern.  „Wir brauchen über den griechischen Fall hinaus einen Lösungsmechanismus für derartige Fälle“, sagte der luxemburgische Premierminister. Es müsse über eine Änderung der EU-Verträge nachgedacht werden, „um nicht wieder in eine ähnliche Lage hineinzugeraten wie die, in der wir uns derzeit befinden.“

Details reichen nicht aus

Die gestern kurzfristig zusammen geschalteten Finanzminister konkretisierten die Hilfe für Griechenland und nannten mit 30 Milliarden Euro erstmals eine konkrete Summe an Krediten. Sie beschlossen, den Zins an der Interbankenrate zu orientieren, was einen Zins von fünf Prozent ergibt. Doch diese Details reichen nicht aus, um Prognosen über die weitere Entwicklung des Falls Griechenland abzugeben. In Brüssel gab es gestern die Hoffnung, das Paket könne die Märkte so weit beruhigen, dass Griechenland davon keinen Gebrauch machen würde. Andererseits kursieren in Europas Hauptstadt gleichzeitig Gerüchte, die Griechen könnten noch diese Woche eine offizielle Anfrage stellen und den Hilfsmechanismus in Gang setzen. Am Dienstag will die Regierung drei und sechsmonatige Anleihen im Wert von 1,2 Milliarden Euro platzieren. Der Verlauf der Auktion dürfte einen ersten Anhaltspunkt dafür geben, wie schnell die Griechen das Geld brauchen werden.

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