Schuldenkrise: Milliardentranche für Griechenland ohne IWF

Schuldenkrise: Milliardentranche für Griechenland ohne IWF

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Bürgerproteste vor dem griechischen Parlament in Athen

EU-Kommission, EZB und IWF scheinen über die Griechenland-Rettung weitgehend einig: das Geld soll fließen, nur der IWF schert aus. Und über das Sparprogramm der Griechen freut sich auch die deutsche Telekom.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird sich nach einem Zeitungsbericht wahrscheinlich nicht an der nächsten Teilauszahlung von Finanzhilfen für Griechenland beteiligen. „Es gilt mittlerweile als sicher, dass der IWF seinen Teil der Ende Juni fälligen nächsten Tranche nicht auszahlen wird“, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Offenbar komme die Troika aus EZB, IWF und EU-Kommission bei ihren Prüfungen zu dem Schluss, dass die Finanzierung des laufenden Programms für zwölf Monate nicht gesichert sei. Daher dürfe der IWF seinen Teil nicht auszahlen.

Der Zeitung zufolge zeichnet sich unterdessen ab, dass die EU Griechenland wohl ein neues Hilfsprogramm bewilligen muss, um das Land vor dem Staatsbankrott zu bewahren. Das Programm laufe auf neue Kredite und neue Auflagen für das Land heraus, wobei sich der IWF abermals beteiligen solle. Der europäische Teil aus dem Programm solle über den Euro-Hilfsfonds EFSF kommen. In Griechenland verdichten sich derweil die Informationen, wonach die dringend benötigte nächste Tranche der Finanzhilfe über zwölf Milliarden Euro unter Dach und Fach ist. Wie die Athener Zeitung „To Vima“ unter Berufung auf einen hohen Funktionär des Athener Finanzministeriums berichtete, sind die Verhandlungen mit der EU, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) abgeschlossen. Zurzeit werde noch der Text der Vereinbarung zwischen der Regierung in Athen und der sogenannten „Troika“ niedergeschrieben. Wie die Athener Wirtschaftszeitung „Imerisia“ berichtete, soll außerdem wegen des dramatischen Konsumeinbruchs ein Steuer-Kompromiss für das hoch verschuldete Euro-Land erreicht worden sein. Auch sei eine Lösung zu der von EU und IWF geforderten Beschleunigung der Privatisierungen gefunden worden.

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Rettung ohne private Gläubiger

Die Hoffnung auf eine Lösung für die griechische Schuldenkrise hat an den internationalen Finanzmärkten für Erleichterung gesorgt. Angeführt von kräftigen Kursgewinnen der Banken legten Dax und EuroStoxx50 jeweils knapp zwei Prozent zu. Der Euro verteuerte sich um einen Cent auf 1,4376 Dollar. Die Aussicht auf einen Kompromiss sorgte auch am Anleihemarkt für Entspannung. Die Risikoaufschläge (Spreads) für zehnjährige griechische Papiere im Vergleich zu den entsprechenden Bundespapieren gingen zwar deutlich zurück, lagen aber immer noch bei mehr als 13 Prozent. Gleichzeitig verbilligten sich die Kosten zur Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Kredites mittels Credit Default Swaps (CDS) um 43.000 auf 1,4 Millionen Euro.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge will die Bundesregierung Griechenland entgegenkommen, indem sie zusätzliche Kredite nicht mehr von der kurzfristigen Beteiligung privater Gläubiger abhängig macht. „Dass Griechenland nicht zu einer umfassenden Restrukturierung gezwungen wird, kommt gut an“, sagte Aktienmarkt-Experte Ian King vom britischen Versicherer Legal & General.

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