Schuldenkrise: Politische Tatenlosigkeit kostet Billionen

Schuldenkrise: Politische Tatenlosigkeit kostet Billionen

„Politische Untätigkeit“ in Sachen Wirtschaftskrise fordert allein in Europa rund neun Billionen Euro. Das geht aus einer Analyse der Barclays Capital hervor. Ein Masterplan muss her, so der Devisenstratege Jose Wynne.

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Spanish Prime Minister Jose Luis Rodriguez Zapatero (2nd L) shakes hands with Greek Prime Minister George Papandreou (2nd R) as German Chancellor Angela Merkel (R) and French President Nicolas Sarkozy look on at the start of a European Union leaders summit in Brussels March 25, 2010. France and Germany have reached a deal on a financing plan for crisis-hit Greece that will involve EU member states and the International Monetary Fund, the Elysee said on Thursday.REUTERS/Yves Herman (BELGIUM - Tags: POLITICS BUSINESS IMAGES OF THE DAY)

Die Mühlen der Politik mahlen langsam. Das ist nicht neu. Gerade in der Finanzkrise ist das für viele aber der falsche Weg. Kritiker sehen zu wenig Tatendrang bei den verantwortlichen Politikern weltweit. Sie bekommen nun Rückenwind: Laut einer Analyse des Devisenstrategens der Barclays Capital in New York, Jose Wynne, hat die „politische Untätigkeit“ in Bezug auf die Wirtschaftsprobleme allein in Europa seit Juli etwa 13 Billionen Dollar (rund 9 Billionen Euro) gekostet.

In den nächsten Tagen soll sich diese Lage auch noch weiter verschlechtern. Danach aber, so die Meinung Wynnes, wird sich die Situationen etwas entschärfen. Grund dafür: Am Ende gewinne wohl doch der gesunde Menschenverstand, sagte der Devisenstratege.

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Bereits zuvor hatte sich Wynnes zur Positionierung der internationalen Spitzenpolitiker geäußert. Gegenüber der „Fiscal Times“ sprach er davon, dass es “überzeugende Politiker” brauche, um einen sehr großen Scheck zu schreiben, dessen Gelder „letztendlich nicht genutzt würden“. Es fehle an einem „Masterplan“ zitierte ihn die US-amerikanische Online-Zeitung weiter. Ohne einen solchen Plan könne keine Balance geschaffen werden zwischen finanziellen Einsparungen und einer Politik, die das Wachstum der Staaten weiter voran bringe.

IWF-Berater warnt vor europäischer „Kernschmelze“

Wynnes Äußerungen aus New York reihen sich in die Warnungen der vergangenen Woche ein. So hatte auch Robert Shapiro, Berater des Internationalen Währungsfonds (IWF), in einem Interview mit dem britischen TV-Sender BBC vor einer wirtschaftlichen „Kernschmelze“ in Europa gewarnt, berichtete „Business Insider“.

Sollten die Regierungschefs nicht in „glaubwürdiger Weise“ an die Krise herangehen, so könnten die Eurozone und deren Banken scheitern, so Shapiro. Seiner Meinung nach seien die aktuellen Geschehnisse sogar noch extremer als während der Finanzkrise 2008, bewertete der IVF-Berater laut „Business Insider“ die Lage.

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