Schuldenkrise: Portugals Bonität im freien Fall

Schuldenkrise: Portugals Bonität im freien Fall

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Portugal steckt in der Schuldenkrise.

Die Ratingagentur Moody's misstraut den Sparmaßnahmen der portugiesischen Regierung - und stuft die langfristigen Anleihen des Landes auf eine Ramschnote ab.

Nach Griechenland wurde jetzt auch Portugals Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau gesenkt. Die Ratingagentur Moody's reduzierte die Note des Landes am Dienstagabend gleich um vier Stufen von „Baa1“ auf „Ba2“. Es drohen weitere Herabstufungen, da der Ausblick „negativ“ bleibt. Ab der Note „Ba1“ spricht Moody's von „substanziellen Kreditrisiken“.

Die Risikoaufschläge portugiesischer Staatsanleihen stiegen am Mittwoch im frühen Handel deutlich an. Portugal ist - nach Griechenland und Irland - das dritte Euroland am Finanztropf von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF). Die internationalen Kreditzusagen belaufen sich auf 78 Milliarden Euro. Moody's hält es für wahrscheinlich, dass auch Portugal wie Griechenland ein zweites Hilfspaket braucht. Die dann drohende Beteiligung privater Investoren könnte aktuelle und potenzielle Anleger verschrecken.

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Commerzbank stimmt Moody's zu

Nach dem mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgehandelten Programm soll Portugal bereits im Jahr 2013 wieder an die Anleihe-Märkte zurückkehren. Das war auch im Falle Griechenlands die ursprüngliche Idee; mittlerweile ist allerdings klar, dass Griechenland dies nicht schafft, weshalb ein zweites Hilfspaket nötig wird. Moody's bezweifelt außerdem, dass Portugal seine Ziele bei der Defizitsenkung wie geplant erreichen kann. Das Haushaltsdefizit soll von 9,1 Prozent im vergangenen Jahr auf 3,0 Prozent im Jahr 2013 sinken. Fraglich ist Moody's zufolge, ob Portugal die geplanten Einsparungen erzielen kann und die Steuereinnahmen wie geplant steigert. Zudem könnte das Wirtschaftswachstum schwächer als erwartet ausfallen und das Bankensystem zusätzliche Unterstützung brauchen, heißt es weiter in der Begründung.

Positiv erwähnt Moody's lediglich, dass das Land nach den Wahlen eine stabile Regierung habe, die hinter dem Spar- und Reformpaket steht. Das portugiesische Finanzministerium kritisierte die Herabstufung. Moody's ignoriere die kürzlich beschlossene zusätzliche Einkommenssteuer. Zudem gebe es im Land einen breiten Konsens bei der Umsetzung des Spar- und Reformprogramms. Die Devisenexperten der Commerzbank stimmen der Einschätzung von Moody's grundsätzlich zu. „Es ist jetzt schon absehbar: Das Hickhack um weitere Hilfen, welches wir gerade im Fall Griechenlands erleben, könnte uns nächstes Jahr im Fall Portugals drohen“, heißt es in einem Kommentar. „Die Schuldenkrise der Peripherieländer dürfte uns noch lange, lange beschäftigen.“

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