Schuldenkrise: Ratingagentur stuft Italien herab

Schuldenkrise: Ratingagentur stuft Italien herab

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Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi

Tiefschlag für Italien mitten in der Schuldenkrise: Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft. Und es könnte weiter runter gehen.

Die Ratingagentur bleibt mit Blick auf Italien pessimistisch. Der Ausblick sei „negativ“, teilte S&P am späten Montag in London mit. „Die Herabstufung spiegelt unsere Meinung nach die schlechter werdenden Wachstumsaussichten für Italiens Wirtschaft wider“, begründete S&P den Schritt. Die zuletzt verabschiedeten Reformen reichten nicht aus, um gegenzusteuern. Der Regierung bescheinigte S&P eine mangelnde Handlungsfähigkeit.

Wegen der Herabstufung von „A+“ auf „A“ drohen Italien nun höhere Zinsen bei der Aufnahme neuer Kredite. Denn je schlechter die Kreditwürdigkeit, desto größer erscheint das Risiko, dass der Gläubiger sein Geld nicht wiedersieht. Dieses Risiko lässt sich der Geldgeber durch höhere Zinsen bezahlen.

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Fast so schlimm wie Griechenland

Erst am Freitag hatte auch die Rating-Agentur Moody's damit gedroht, Italien trotz der zuletzt verabschiedeten Sparpakete herabzustufen. Moody's bewertet Italien in seinem eigenen Rating-System mit „Aa2“ - und damit merklich besser als S&P. Hier fällt voraussichtlich im nächsten Monat die Entscheidung. Italien hat nach Griechenland den zweithöchsten Schuldenstand in der Eurozone. Um dem entgegenzuwirken, hatte das Land zuletzt zwei Sparpakete im Volumen von mehr als 100 Milliarden Euro verabschiedet.

Mitten in der Zitterpartie um neue Finanzhilfen für das von der Pleite bedrohte Griechenland nährt die Herabstufung die Angst vor einem Übergreifen der Krise auf andere Staaten. An den asiatischen Devisenmärkten gab der Euro am Dienstag um über einen halben US-Cent auf 1,3610 Dollar nach . Die Tokioter Börse fiel im frühen Handel um 1,4 Prozent. Die S&P-Experten begründeten ihren Schritt mit den schwachen Wachstumsaussichten des Landes. Diese würden auch durch das Reformprogramm der italienischen Regierung nicht entscheidend verbessert. S&P verwies auf die fragile Regierungskoalition in Rom und die politischen Differenzen im Parlament. „Wir glauben, dass das reduzierte Tempo von Italiens wirtschaftlicher Aktivität die revidierten Finanzziele der Regierung schwer erreichbar macht“, konstatierten die Experten.

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