Schuldenkrise: Wie viel kostet uns der Euro wirklich?

Schuldenkrise: Wie viel kostet uns der Euro wirklich?

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Eurokrise

Griechenland versinkt immer tiefer im Schuldensumpf, die Rettung wird immer teurer. Trotzdem schnüren die Euro-Länder ein neues Kreditpaket. Was kommt da auf den deutschen Steuerzahler zu? Ein Schrecken ohne Ende.

Freunde schneller Autos können sich freuen. Sie haben bald eine neue Pilgerstätte, eine mit mediterranem Charme. Wenige Kilometer von der griechischen Hafenstadt Patras entfernt, soll in den nächsten drei Jahren ein Formel-1-Rennparcours entstehen. "Es hat viele Jahre gebraucht, um das zu erreichen", frohlockt Patras ehemaliger Bürgermeister Evangelos Floratos. Der Bau der Rennstrecke soll 94 Millionen Euro kosten, finanziert teilweise mit staatlichen Geldern.

Es sind Meldungen wie diese, die nicht nur den Steuerzahlern in den Euro-Ländern, die Griechenland mit milliardenschweren Hilfsprogrammen vor der Pleite bewahren sollen, die Zornesröte ins Gesicht treiben. Sie dürften auch bei den Inspektoren der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Empörung sorgen, die sich in den vergangenen Tagen in Athen aufhielten, um sich ein Bild von den Reformfortschritten des Mittelmeerlandes zu machen. Von ihrem Votum Ende Mai hängt es ab, ob die nächste Tranche des Hilfspakets ausgezahlt wird. Falls nicht, ist Griechenland pleite.

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Dass die EU und der IWF den Griechen den Geldhahn zudrehen, ist jedoch unwahrscheinlich. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. In der vergangenen Woche verdichteten sich die Zeichen, dass die EU ein neues, rund 60 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für Griechenland schnürt. Der Grund: Im nächsten Jahr soll Athen rund 75 Prozent seiner fälligen Altschulden mithilfe neuer Kredite am Kapitalmarkt tilgen. Angesichts der Zinssätze von gut 15 Prozent für zehnjährige Staatsanleihen, wie sie Griechenland derzeit am Markt zu zahlen hat, ist das jedoch nicht zu finanzieren.

Verlustreicher Schuldenschnitt

Neue Kredite aus Berlin, Paris und Brüssel würden Griechenland allerdings nur einen Aufschub verschaffen. Langfristig verschärfen sie die Probleme. Der erdrückende staatliche Schuldenberg von 330 Milliarden Euro würde weiter wachsen – und mit ihm der Schuldendienst.

Für einen Neustart braucht Griechenland nicht mehr, sondern weniger Schulden. Ein Schuldenschnitt aber wäre mit Verlusten für die Gläubiger Athens, in erster Linie Geschäftsbanken und EZB, verbunden. Sie fürchten ihn daher wie der Teufel das Weihwasser und drängen die Regierungen, dem schlechten Geld gutes hinterherzuwerfen. Die Währungsunion wird so zu einer gigantischen Transferunion, für die vor allem die Steuerzahler in Deutschland bluten müssen.

Die Geschwindigkeit und Verve, mit der die Machthaber in Paris, Brüssel und Berlin die als Stabilitätsgemeinschaft gegründete Währungsunion in eine Haftungsgemeinschaft verwandeln, übertrifft die schlimmsten Befürchtungen der Euro-Kritiker. Bundeskanzlerin Angela Merkels rhetorische Beruhigungspille, Griechenland werde dank der 110 Milliarden Euro schweren Kredithilfen von EU und IWF aus dem vergangenen Jahr wieder auf die Beine kommen, haben sich als Blendwerk erwiesen. Das Mittelmeerland befindet sich in einer tiefen Abwärtsspirale. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Wirtschaft um 4,5 Prozent, in diesem Jahr dürfte das Minus bei 3,0 Prozent liegen.

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