Schuldige nicht genannt : UN bestätigen Giftgas-Einsätze in Syrien

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Schuldige nicht genannt : UN bestätigen Giftgas-Einsätze in Syrien

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Mindestens fünfmal Giftgas in Syrien eingesetzt

Nach monatelangen Untersuchungen legen UN-Experten ihren Abschlussbericht über Gasangriffe in Syrien vor. Unklar bleibt, wer dafür verantwortlich ist.

Im Bürgerkrieg in Syrien ist nach Angaben der Vereinten Nationen mehrfach Giftgas eingesetzt worden. In ihrem am Donnerstag (Ortszeit) Generalsekretär Ban Ki Moon vorgelegten Abschlussbericht gingen UN-Experten um den Schweden Ake Sellström von fünf Attacken aus. An dem Einsatz des Nervengases Sarin im August nahe Damaskus gebe es keinen Zweifel, an vier weiteren Orten seien Gasangriffe wahrscheinlich. Wer dafür verantwortlich ist, ging aus dem mit Anhängen 82 Seiten langen Bericht nicht hervor. Das syrische Regime und die Rebellen beschuldigen sich gegenseitig, Giftgas einzusetzen.
Es gebe klare Beweise dafür, dass am 21. August in Ghouta nahe Damaskus Sarin verschossen wurde, hieß es in dem Bericht. Bei dem Angriff seien auch Kinder unter den etwa 1400 Toten gewesen. Bereits in einem ersten im September überreichten Bericht hatte das Expertenteam dort „klare und überzeugende“ Beweise für einen Sarin-Angriff gefunden.

Fragen und Antworten zum giftigen Sarin-Gas

  • Was ist Sarin?

    Das Nervengas Sarin zählt zu den giftigsten Kampfstoffen, die je hergestellt wurden. Die Phosphorverbindung wird durch Einatmen und über die Haut aufgenommen.

  • Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Schon ein Milligramm Sarin kann in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

  • Seit wann gibt es Sarin?

    Das Gas wurde Ende der 1930er Jahre von deutschen Chemikern als Insektenvernichtungsmittel entwickelt und im Zweiten Weltkrieg als Kampfstoff produziert, aber nicht eingesetzt. Der Einsatz von Giftgas bei bewaffneten Konflikten gilt nach allen internationalen Konventionen als Kriegsverbrechen.

  • Besitzt Syrien große Mengen des Giftgases?

    Das Institut für Strategische Studien in London geht davon aus, dass Syrien seit den 1970er Jahren große Mengen Chemiewaffen produziert hat, darunter auch Sarin. Sein Arsenal gilt als das größte der Region und das viertgrößte weltweit. Sicherheitsexperten befürchten, dass das Giftgas von dort in die Hände von Terroristen gelangen könnte.

  • Gab es schon Terrorakte mit Sarin?

    Bereits 1995 war Sarin bei einem Anschlag eingesetzt worden. Die Aum-Sekte tötete damals mit dem Gas in Tokios U-Bahn zwölf Menschen, Tausende wurden verletzt.

Für den nun vorgelegten zweiten Bericht waren die Inspekteure nach Syrien zurückgekehrt, um weitere Vorfälle zu untersuchen. Aus diesem ging hervor, dass auch bei zwei vorherigen Vorfällen - im März in Khan Al Asal und im April in Sarakeb - Zivilisten unter den Opfern gewesen seien. Bei zwei weiteren Angriffen im August, beide wie der in Sarakeb als „kleiner“ eingestuft, seien hingegen Kämpfer das Ziel gewesen.
An den vier Orten sei ein Gas-Einsatz wahrscheinlich, wenn er letztlich auch nicht eindeutig bewiesen werden könne. Dazu lägen zu wenig unabhängig gesammelte Informationen vor. Die Gutachter stützen ihre Annahmen aber auf Bodenproben, die Untersuchung von Patienten, Gespräche mit Augenzeugen und der Auswertung von Waffen. Bei zwei der sieben untersuchten Orte gab es demnach keinen Hinweis auf einen Giftgas-Einsatz.
UN-Generalsekretär Ban wollte den Bericht am Freitag in der Generalversammlung erläutern. Anschließend war eine Presseunterrichtung geplant.

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Die Regierung in Damaskus hatte die UN-Experten im Frühjahr selbst angefordert - und dann fünf Monate nicht eingelassen sowie hingehalten. Erst im Spätsommer hatte Sellströms Team einreisen dürfen, für einige Untersuchungen war es da schon zu spät. Nachdem US-Präsident Barack Obama Ende August mit einem militärischen Eingreifen gedroht hatte und die UN-Experten im September die Ghouta-Attacke bestätigt hatten, stimmte Russland einer Resolution des UN-Sicherheitsrates zu, die die Zerstörung des syrischen Chemiewaffenarsenals forderte. Mitte 2014 soll alles Giftgas aus dem Land verschwunden sein.

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