Schutztruppe Isaf: Nato beendet Kampfeinsatz in Afghanistan

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Schutztruppe Isaf: Nato beendet Kampfeinsatz in Afghanistan

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Seit 13 Jahren ist die Nato in Afghanistan im Einsatz. Bis zu 5350 Bundeswehrsoldaten waren am Kampf gegen die Taliban und für eine bessere Zukunft des Landes am Hindukusch beteiligt. 55 kamen ums Leben, zahlreiche weitere Soldaten wurden verletzt oder traumatisiert. Der Kampfeinsatz von Nato und Bundeswehr endet am 31. Dezember.

3500 ausländische Soldaten haben im Krieg in Afghanistan ihr Leben gelassen, darunter mehr als 50 Deutsche. Nun zieht die Nato-Truppe Isaf ab.

Nach 13 Jahren hat die Nato ihren Kampfeinsatz in Afghanistan am Sonntag offiziell beendet. Bei einer Zeremonie in Kabul holte Kommandeur John Campbell die grün-weiße Flagge der Schutztruppe Isaf ein. Ab 1. Januar läuft die Nachfolgemission „Resolute Support“, für die 13.500 Soldaten als Berater und Ausbilder im Land bleiben - darunter allein 11.000 aus den USA.

„Resolute Support wird das Fundament einer andauernden Partnerschaft sein“, sagte Campbell bei der Feier. Der General erinnerte an die Opfer des Kriegs gegen die radikalislamischen Taliban und betonte: „Der Weg vor uns bleibt eine Herausforderung, aber wir werden triumphieren.“

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Der Nato-Einsatz hatte nach der US-Invasion in Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 begonnen. In den 13 Jahren Krieg am Hindukusch verloren rund 3500 ausländische Soldaten ihr Leben, darunter 2200 Amerikaner und 55 Deutsche. Zum Höhepunkt des Nato-Einsatzes waren 2010 etwa 140.000 ausländische Soldaten im Land.

Mit Beginn des neuen Jahres sind die rund 350.000 afghanischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Taliban auf sich gestellt - unterstützt von den ausländischen Ausbildern und Beratern. Die US-Soldaten dürfen zudem für mindestens zwei Jahre weiter Anti-Terror-Missionen gegen die Taliban und das Terrornetzwerk Al-Kaida ausführen und afghanischen Truppen Unterstützung bieten, falls dies nötig wird.

Nach langem Hin und Her mit der afghanischen Regierung hatte Präsident Aschraf Ghani entsprechende Stationierungsabkommen mit den USA und der Nato geschlossen. Danach hatten die radikalislamischen Taliban ihre Angriffe nochmals verstärkt.

Viele Afghanen sehen den Abzug der Nato-Kampftruppen mit gemischten Gefühlen. „Zumindest haben wir in den vergangenen 13 Jahren Verbesserungen in unseren Lebensumständen gesehen - Meinungsfreiheit, Demokratie, den Menschen geht es insgesamt finanziell besser“, sagte der 42-jährige Ladenbesitzer Gul Mohammed. „Aber wir brauchen hier weiter die internationalen Truppen - zumindest, bis unsere eigenen Kräfte stark genug sind, während unsere Wirtschaft an Stärke gewinnt, während unsere Politiker versuchen, eine Regierung zu bilden.“

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Der Konflikt fordert nach wie vor viele Opfer. Dieses Jahr wurden bereits 5000 getötete Sicherheitskräfte registriert, darunter 3200 Polizisten. Nach Schätzung der Vereinten Nationen verloren zudem bis zu 10 000 Zivilisten vor allem durch Attacken der Taliban ihr Leben.

Auch am späten Samstagabend feuerten Aufständische in der im Osten gelegenen Provinz Wardak eine Rakete auf ein Volleyballmatch von Heranwachsenden und töteten zwei Jungen, wie die Regionalregierung mitteilte. Fünf weitere Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren wurden durch Splitter verletzt. In Kapisa, ebenfalls im Osten des Landes, wurden nach Angaben der örtlichen Regierung acht Aufständische bei einem Armeeeinsatz getötet.

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