Schwedischer Zentralbankchef: Kein Beitritt zur Euro-Zone

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Der Chef der schwedischen Zentralbank, Stefan Ingves.

Schweden wird in absehbarer Zeit nicht der Euro-Zone beitreten. „Das Thema ist derzeit politisch tot. Es gibt in Schweden keine Mehrheit für einen Euro-Beitritt“, sagte Schwedens Zentralbankchef Stefan Ingves.

In der Euro-Zone leiden viele Länder jedoch unter hohen und steigenden Schulden. „Es wird noch Jahre dauern, das Problem in den Griff zu bekommen. Auf Euro-Land wartet harte Arbeit“, attestierte Ingves. Dennoch sei Schweden nicht abgekoppelt von der Entwicklung: „Die EZB betreibt eine extrem expansive Geldpolitik.

Immobilienblase Schulden sind Schwedens gefährlicher Volkssport

Schwedens Immobilienpreise erreichen Rekordhöhen, die Banken vergeben großzügig Darlehen - doch kaum jemand zahlt seine Schulden zurück. Die Immobilienblase könnte jederzeit platzen.

Angebote für Wohneigentum in Schweden finden schnell Käufer - auch zu immer höheren Preisen. Quelle: Bloomberg

Wir wollen nicht, dass unsere Währung zu stark aufwertet und die Importpreise nach unten drückt. Das spricht für negative Zinsen“, betonte der Riksbank-Chef und fügte hinzu: „Gleichwohl haben die Geschehnisse in der Euro-Zone Einfluss auf uns und unseren Wechselkurs. Daher waren wir gezwungen, die Leitzinsen weiter zu senken.“ Derzeit liegt der Leitzins in Schweden bei minus 0,25 Prozent. Ein höheres Zinsniveau lasse noch auf sich warten. „Wir erwarten, dass die Inflation in Schweden nächstes Jahr auf zwei Prozent zunimmt. Es wird noch mehrere Jahre dauern, bis sie so weit steigt, dass die Leitzinsen wieder ihr normales Niveau von etwa vier Prozent erreichen.“

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Ingves warnte nachdrücklich vor Preisblasen an den Vermögensmärkten: „Diese Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Ich warne schon lange davor, dass sich der Häusermarkt in Schweden überhitzt.“ Die Zentralbank können allerdings wenig dagegen machen, Aufsichtsbehörden und Regierung sollten die Kreditaufnahme erschweren: „Bisher haben sie zu wenig gemacht. Man könnte die steuerliche Abzugsfähigkeit von Zinszahlungen abschaffen“, schlug der Zentralbankchef vor.

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