Schwellenländer: "In China geht ein Zeitalter zu Ende"

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InterviewSchwellenländer: "In China geht ein Zeitalter zu Ende"

von Malte Fischer

Harvard-Ökonom Dale Jorgenson erklärt, wie sich die Wirtschaft in China verändert und warum Indien zwar wächst, aber Chinas Rolle nicht übernehmen kann.

Professor Jorgenson, trotz der Niedrigzinspolitik der Notenbanken kommt die Weltwirtschaft nicht richtig in Schwung. Was läuft da schief?

Vor dem Ausbruch der Finanzkrise hat es in vielen Ländern Kreditexzesse gegeben. Regierungen, Unternehmen und Haushalte sind vielerorts noch immer damit beschäftigt, ihre Schulden abzubauen. Das Geld, das in den Schuldendienst fließt, fehlt für Konsum und Investitionen. Das bremst die Konjunktur.

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Ist das ein genereller Befund für die großen Industriestaaten?

Nein. Jedes Land hat seine eigene Krisen-Story. Man kann die Länder nicht über einen Kamm scheren.

Zur Person

  • Dale Jorgenson

    Jorgenson, 82, ist Professor an der US-Eliteuniversität Harvard. Mit seinen Untersuchungen zur Bedeutung neuer Technologien für die Produktivität gilt er als einer der weltweit führenden Wachstumsforscher.

In Japan etwa sind die Banken vergleichsweise wenig mit dem US-Finanzmarkt verbunden. Die Notenbank in Tokio reagierte daher zunächst nicht auf die Lehman-Pleite. Die Folge war, dass der Wechselkurs des Yen in die Höhe schoss und die Exporte einbrachen.

Zurzeit sorgen sich die Finanzmärkte vor allem um die Schwellenländer. Zu Recht?

Auch hier gilt: Schwellenland ist nicht gleich Schwellenland. Während es mit Indiens Wirtschaft bergauf geht, lässt die Dynamik in China nach ...

... was erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft hat.

Ohne Zweifel. In China geht ein ökonomisches Zeitalter zu Ende. Der wirtschaftliche Aufholprozess, der dadurch geprägt war, dass viele Unternehmen aus dem Westen und aus Asien Teile ihrer Produktion nach China verlagerten, läuft aus. Die Löhne in China steigen rasant, das Land ist kein attraktiver Standort mehr für das Outsourcing von Wertschöpfungsprozessen.

Die nächsten 15 Giganten aus China

  • Platz 1

    Unternehmen: Hengtong Optic-Electric
    Branche: Elektronik

    Umsatz 2012: 7.804 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 46,5 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: **
    Strategie: ***

    Quelle: Accountantcy Futures Academy: "China's 100 next global giants"

  • Platz 2

    Unternehmen: Huapont-Nutrichem
    Branche: Chemie

    Umsatz 2012: 3.877 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 39,7 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 3

    Unternehmen: Zhejiang Dahua Technology
    Branche: Computer und Kommunikation

    Umsatz 2012: 3.531 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 44,1 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: **
    Strategie: ***

  • Platz 4

    Unternehmen: iSoftStone Holdings
    Branche: Internet und Information

    Umsatz 2012: 2.434 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 35,1 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 5

    Unternehmen: Hangzhou Hikvision Digital Technology
    Branche: Computer und Kommunikation

    Umsatz 2012: 7.214 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 37,5 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: **
    Strategie: ***

  • Platz 6

    Unternehmen: Hosa International
    Branche: Textil und Kleidung

    Umsatz 2012: 5,352 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 40,7 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: *
    Strategie: ***

  • Platz 7

    Unternehmen: Hongfa Technology
    Branche: Elektronik

    Umsatz 2012: 3,008 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 31,4 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 8

    Unternehmen: Zhejiang Wangfeng Auto Wheel
    Branche: Automobil

    Umsatz 2012: 4.091 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 31,5 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 9

    Unternehmen: Anhui Zhongding Sealing Parts
    Branche: Gummi und Plastik

    Umsatz 2012: 3.369 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 31,1 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 10

    Unternehmen: Beijing Zhongke Sanhuan Hi-Tech
    Branche: Computer und Kommunikation

    Umsatz 2012: 4.934 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 30,2 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 11

    Unternehmen: Zhongli Science and Technology
    Branche: Elektronik

    Umsatz 2012: 6.326 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 37,3 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: **
    Strategie: ***

  • Platz 12

    Unternehmen: Ningxia Zhongyin Cashmere
    Branche: Textil und Bekleidung

    Umsatz 2012: 2.426 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 32,2 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 13

    Unternehmen: Shenzhen Desay Battery Technology
    Branche: Elektronik

    Umsatz 2012: 3.195 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 37,8 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: **

  • Platz 14

    Unternehmen: Pactera Technology International
    Branche: Internet und Information

    Umsatz 2012: 2.266 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 31,7 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 15

    Unternehmen: China XD Plastics
    Branche: Chemie

    Umsatz 2012: 3.785 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 49,2 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: *
    Strategie: **

Die zweistelligen Wachstumsraten gehören der Vergangenheit an. Derzeit wächst die Wirtschaft nur noch mit Raten um die sieben Prozent. In den nächsten Jahren werden sie auf fünf bis sechs Prozent fallen.

Das erinnert an die Entwicklung in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg ...

... mit dem Unterschied, dass die Phase des hohen Wachstums in Japan nur rund 13 Jahre dauerte. In China währte sie doppelt so lang. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Aufholprozess in China von einem deutlich niedrigeren Niveau startete als in Japan.

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