Seenot vor Libyen: Marine rettet 3500 Flüchtlinge vor dem Ertrinken

Seenot vor Libyen: Marine rettet 3500 Flüchtlinge vor dem Ertrinken

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Auch die deutsche Marine war an dem Rettungseinsatz beteiligt.

Die europäische Marine rettet wieder tausende Flüchtlinge, die vor der libyschen Küste in Seenot geraten sind. Großbritannien fürchtet, dass noch Hunderttausende die gefährliche Überfahrt wagen werden.

Europäische Marineschiffe haben am Samstag fast 3500 Flüchtlinge von Schmugglerbooten vor der libyschen Küste gerettet. Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden bei 15 Einsätzen insgesamt 3480 Migranten in Sicherheit gebracht. Neben der italienischen Marine waren die beiden deutschen Schiffe „Hessen“ und „Berlin“ sowie ein irisches und ein britisches im Einsatz. Großbritannien warnte davor, dass bis zu 500.000 Menschen die riskante Überfahrt über das Mittelmeer versuchen könnten.

„Anzeichen sind da, dass es 450.000 bis 500.000 Migranten in Libyen gibt, die dort an der Grenze warten“, sagte Kapitän Nick Cooke-Priest auf dem britischen Kriegsschiff „HMS Bulwark“. An Bord des Schiffes war auch Verteidigungsminister Michael Fallon, der vor Reportern sagte: „Wir könnten sehen, dass Hunderttausende diesen Sommer versuchen, (das Mittelmeer) zu überqueren.“ Die „HMS Bulwark“ sowie zwei britische Aufklärungshubschrauber hielten am Samstag nach Flüchtlingsbooten in Seenot Ausschau.

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Allein die italienische Korvette „Driade“ nahm am Samstag 560 Flüchtlinge von einem in Seenot geratenen Schmugglerboot auf, wie die italienische Marine mitteilte. Ein anderes italienisches Marineschiff, die „Vega“, rettete von fünf Booten mehrere hundert Menschen. Das irische Patrouillenschiff „LE Eithne“ barg am Samstag 310 Flüchtlinge, nachdem es bereits am Freitag 113 Flüchtlinge gerettet hatte.

Die italienische Polizei nahm nach eigenen Angaben auf Sizilien zwei mutmaßliche Menschenschmuggler fest. Einer der Männer, ein Gambier, habe versucht, ein Boot mit 116 Flüchtlingen nach Italien zu steuern, teilte die Polizei in Ragusa auf Sizilien mit. Der andere, ein Tunesier, habe eine andere Taktik gewählt: Er habe in der Nacht versucht, ein nur mit wenigen Personen besetztes Boot an einen Strand bei Trapani auf Sizilien zu steuern, damit die Insassen - zwölf Landsleute - unentdeckt verschwinden können. Allerdings habe der Mann die Orientierung verloren und sei schließlich mit seinem Boot von der Marine entdeckt worden.

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In der Regel versuchen die Schleuser, Hunderte von Flüchtlingen in dafür nicht ausgelegte Boote zu pferchen. Oft sind sie bereits verschwunden, bevor Rettungskräfte die Flüchtlinge finden und in Sicherheit bringen. In diesem Jahr haben bereits Zehntausende von Flüchtlingen von Nordafrika und dem Nahen Osten aus versucht, die EU zu erreichen. Bei besserem Wetter und damit verbunden ruhigerer See steigen die Zahlen. Rund 170.000 Migranten wurden vergangenes Jahr auf See von Italien gerettet. Sollten sich die britischen Schätzungen bewahrheiten, könnte die Zahl in diesem Jahr bei weitem übertroffen werden.

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