_

Selbstgebrautes Bier: Obamas Geheimrezept im Wahlkampf

von Caroline Lindekamp Quelle: Handelsblatt Online

In den USA tobt der Wahlkampf. Zwischen Kriegs- und Krisennachrichten darf sich Barack Obama nun mal über ein heiteres Thema freuen: Sein selbstgebrautes Bier sorgt gerade für Aufsehen und alle wollen das Rezept.

Bierliebhaber Obama braut im Weißen Haus sein eigenes Ale. Quelle: Reuters
Bierliebhaber Obama braut im Weißen Haus sein eigenes Ale. Quelle: Reuters

WashingtonIn der Sommerhitze des Wahlkampfgefechts setzt der amtierende Präsident auf kühles Selbstgebrautes und weckt damit die Neugier der Bierfans im ganzen Land: Sie fordern das Geheimrezept von Obamas Hausbier.

Anzeige

Vergangene Woche plauschte Obama bei einer Wahlkampf-Tour mit einem Café-Besitzer in Iowa über Bier und schenkte dem Mann spontan eine Flasche seines Hausbiers, das er aus seinem Kampagnenbus holen ließ. Nur eine kleine Randszene im US-Wahlkampftrubel, doch Medienvertreter und Amerikas Bierfans stürzten sich auf das Thema.

Der Café-Besitzer aus Iowa bekam eine Flasche „White House Honey Ale“, angeblich eine von drei Biersorten aus dem Weißen Haus. Obama lässt das Bier schon seit längerem in den Kellern seines Regierungssitzes in einer kleinen Brauerei herstellen – nach welchem Rezept wollte das Weiße Haus bisher nicht bekanntgeben.

Doch so leicht lassen sich die Bierliebhaber nicht abspeisen: Einer hat eine Anfrage nach dem „Freedom of Information Act“ (FOIA), dem Informationsfreiheitsgesetz, verfasst und fordert ganz offiziell die Herausgabe des Rezepts. Diese sei von öffentlichem Interesse, denn sie würde wesentlich zum allgemeinen Verständnis der Regierungsaktivitäten beitragen.

Der Hobby-Braumeister verfolge keine kommerziellen Ziele und sei daher bereit, eine Gebühr von nur maximal 20 Dollar zu zahlen. Ein größerer Anreiz für den Sachbearbeiter dürfte es wohl sein, dem Antragsteller eine vom Präsidenten signierte Rezeptkopie zuschicken: „Dann wärst Du der coolste FOIA-Beamte der ganzen Regierung, und wer könnte so einem Titel schon widerstehen?“, heißt es in dem Schreiben, dessen Kopie auch im Internet steht.


Online-Petition benötigt 25.000 Stimmen

Die Anfrage wird wohl scheitern und so haben die neugierigen Bierfans noch einen anderen Weg eingeschlagen: Auf der Regierungs-Webseite „We the people“ haben sie eine Online-Petition gestartet und rühren in den sozialen Netzwerken kräftig die Werbetrommel. „Wollt Ihr das Rezept vom Selbstgebrauten des Präsidenten?“, fragt beispielsweise Twitter-User Northern Brewer suggestiv. „Dann lasst es ihn wissen!“, gibt er die Antwort gleich selbst und verweist auf die Petition.

25.000 Stimmen müssen bis zum 17. September zusammenkommen, damit sich die US-Regierung mit der Anfrage beschäftigt. Rund 8.100 waren es Samstagnachmittag.

Sogar Politikverdrossene wie Twitter-User Flying Dog Brewery erreicht das Thema: „Wir hassen es eigentlich auf irgendeinen politischen Zug aufzuspringen.“ Schließlich nutzt der Präsident sein Hausbier im Wahlkampf, um sein Image als bürgernaher Hobby-Braumeister zu pushen. „Aber es wäre schon ziemlich cool, das Rezept zu sehen“, siegt die Neugierde von Flying Dog Brewery. Mia Farrow wünscht sich, vom Präsidenten persönlich auf ein Pint eingeladen zu werden, und Zachary Lainer bietet Obama im Tausch sein ganz eigenes „Fellows Brew Blonde Ale“ an.

Aber auf Twitter werden auch die Kritiker laut. „Team Obama: Jobs-NO, Economy-NO, White House Brewery-Well,YES”, zieht Teresa Wendt eine zynische Bilanz. Zwar hat Obama die Brauerei den Angaben zufolge privat finanziert, doch John Sykes regt sich auf, was der Präsident mit den Steuergeldern mache. #1 Rino Hater schimpft: „Wir sind das Weiße Haus. Wir haben Euer Geld, wir lieben unser Spielzeug. We don’t give a sh*t.“

Auch Obama-Sprecher Jay Carney hat sich via Twitter zu dem Thema geäußert und verspricht, das Rezept zu veröffentlich, wenn die nötigen Stimmen zusammenkommen: „If it reaches the threshold, we’ll release it."

Immerhin eine Zutat ist schon bekannt: Das Bier wird – wie es der Name schon verrät – mit Honig gesüßt und diese besondere Note kommt aus dem hauseigenen Bienenstock der First Lady Michelle Obama. So zeigt auch das National Honey Board Interesse: „Der Honig aus den Gärten des Weißen Hauses wird gut genutzt. Liebend gern würden wir das Honey Ale probieren.”

weitere Fotostrecken

Blogs

Erneuerbare Atomkraft
Erneuerbare Atomkraft

Mit der Energiewende isoliert sich Deutschland in Europa. Und die Gewerkschaft warnt vor Arbeitsplatzverlusten und...

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.