
Wir kennen die Bilder aus vielen Hollywood-Streifen: Hochdekorierte US-Militärs lungern in einem Kontrollraum, kurz davor, die weltbedrohenden Terroristen zum Abschuss per Rakete freizugeben. Plötzlich stürmt ins Bild der Held und rettet die Welt. Im Alleingang, mit Faustschlägen und Krawumm. Im Abspann heißt der Held meist Bruce Willis oder Steven Seagal. Höchste Zeit zum Schlafen gehen. Zu viel Fiktion macht müde.
Dabei war die filmische Fiktion nie so real wie heute. Zwar sind Helden in der Gegenwart selten wie eh und je. Nicht aber die Kriegsführung per Joystick: Die Leichtigkeit des Raketenabschusses macht Schule, da sich der voreilig zum Friedensnobelpreisträger geadelte US-Präsident Barack Obama zu einem flächendeckenden Hightech-Krieg aus dem Hinterhalt entschlossen hat.
Bild: GNUCamcopter S-100 (Schiebel, Österreich)
In einer Stückzahl von 100 Exemplaren pro Jahr stellt das Wiener Unternehmen den unbemannten Helikopter her. Die mehr als drei Meter lange Heli-Drohne kann mit leichteren Raketen bestückt werden und ist unter anderem für die chinesische und jordanische Armee im Einsatz.
Bild: PresseBarracuda (EADS-Tochter Cassidian Air Systems, Deutschland/Spanien)
Die moderne Drohne besteht kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und ist damit superleicht. Der Prototyp wird in Deutschland entwickelt, wurde bislang aber noch nicht zur Serienreife gebracht. Eurofighter-Hersteller Cassidian hofft auf Exportaufträge.
Bild: rtrIAI Eitan (Israel Aerospace, Israel)
Das Gerät wird bislang nur für Aufklärungsflüge eingesetzt. Von einem Konsortium des Herstellers mit dem Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat die deutsche Luftwaffe zwei Drohnen geleast, die auch in Afghanistan eingesetzt werden.
Bild: dpaWZ-2000 (GAIC, China)
Die knapp zehn Meter breite Kampfdrohne der Volksrepublik China (nicht im Bild) wird seit 1999 entwickeln – und kann mit zwei Raketen ausgestattet werden. Wie viele dieser Drohnen Chinas Armee besitzt und wie zuverlässig sie arbeiten, ist nicht bekannt.

RQ-170 Sentinel (Lockheed Martin, USA)
Die erste Tarnkappen-Drohne der Welt steht im Dienst der US-Streitkräfte und machte mit einem Absturz im Iran Schlagzeilen. Allerdings wurde das Gerät bislang nicht mit Waffensystemen bestückt, sondern dient (vorerst) nur der Aufklärung.
Bild: GemeinfreiMQ-9 Reaper (General Atomics, USA)
Der „Sensenmann“ ist die modernste aller Drohnen, die in den USA serienmäßig im Einsatz sind. Auch die Luftwaffe hatte das Fluggerät im Test, entschied sich dann aber für ein israelisches Modell. Die bis zu fünf Tonnen schwere Maschine wird für verstärkt für Anti-Terror-Einsätze im Nahen Osten genutzt.
Bild: GemeinfreiMQ-1 Predator (General Atomics, USA)
Die Standard-Kampfdrohne steht seit den neunziger Jahren im Dienst der US-Streitkräfte und war nie so gefragt wie derzeit: Mit „Hellfire“-Sprengköpfen bestückt, dürften dem unbemannten Fluggerät im „Kampf gegen den Terror“ bereits mehrere tausend Menschen im Nahen Osten zum Opfer gefallen sein.
Camcopter S-100 (Schiebel, Österreich)
In einer Stückzahl von 100 Exemplaren pro Jahr stellt das Wiener Unternehmen den unbemannten Helikopter her. Die mehr als drei Meter lange Heli-Drohne kann mit leichteren Raketen bestückt werden und ist unter anderem für die chinesische und jordanische Armee im Einsatz.
Seit 2004 sind Kampfdrohen der US-Luftwaffe in Pakistan, Somalia und dem Jemen über 400 Einsätze geflogen. Dabei kamen nach Angaben des Londoner Zentrums für Investigativen Journalismus mindestens 3.000 Menschen ums Leben. Darunter waren viele Zivilisten.
In erster Linie ist es Barack Obama, der die halbvirtuelle Tötungsorgie zu verantworten hat: Mehr als 90 Prozent der Drohnenattacken fielen in die Amtszeit des Demokraten – nicht in die seines Vorgängers George W. Bush, der in Europa als Kriegstreiber verschrien ist. Bush schickte mehr als 200.000 Soldaten in seinen "Krieg gegen den Terror". Obama zieht die Truppen wieder ab, da hohe Opferzahlen die Unterstützung für den Krieg schwinden lassen und die teuren Einsätze den Haushalt überstrapazieren.
Der Drohnen-Einsatz ist ökonomisch eindeutig gerechtfertigt: Vier Millionen Euro kostet eine einfache Kampfdrohne vom Typ "Predator", so viel wie ein Dutzend Soldaten mit vernünftigen Waffen. Ein Eurofighter aus dem Hause EADS schlägt mit über 100 Millionen Euro pro Stück zu Buche, Mengenrabatte vorausgesetzt. Drohnen machen Krieg zum Schnäppchen.
Die politische Argumentation ist komplizierter: Fast chirurgisch liefen die Angriffe ab, jubeln die Befürworter. Dagegen klagen Kritiker über eine unüberschaubare Zahl ziviler Opfer bei Attacken, wobei hierzu keine verlässlichen Daten bekannt sind. Mehr noch warnen die Skeptiker, dass mit der Entpersonalisierung des Krieges in der scheinbaren Virtualität die Hemmschwelle zu töten sinkt. So wie beim Computerspiel "Counterstrike", das gefühlt jeder zweite Amokläufer der vergangenen Jahre in seiner Freizeit gespielt hat.
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