Sicherheitspolitik: Obamas feiger Krieg

ThemaUSA

Sicherheitspolitik: Obamas feiger Krieg

von Florian Willershausen

Die bewaffneten Konflikte im 21. Jahrhundert werden im Hinterhalt entschieden – von Attentätern und Drohnen. Mit dem Einsatz unbemannter Kampfflugzeuge kann sich der Westen im Kampf gegen verbohrte Radikale schützen. Doch Obamas exzessiver Drohnenkrieg geht zu weit und muss durch internationale Regeln eingeschränkt werden.

Bild vergrößern

Unter dem Deckmantel des Anti-Terror-Krieges legitimieren die USA den Einsatz unbemannter Kampfflugzeuge.

Wir kennen die Bilder aus vielen Hollywood-Streifen: Hochdekorierte US-Militärs lungern in einem Kontrollraum, kurz davor, die weltbedrohenden Terroristen zum Abschuss per Rakete freizugeben. Plötzlich stürmt ins Bild der Held und rettet die Welt. Im Alleingang, mit Faustschlägen und Krawumm. Im Abspann heißt der Held meist Bruce Willis oder Steven Seagal. Höchste Zeit zum Schlafen gehen. Zu viel Fiktion macht müde.

Anzeige

Dabei war die filmische Fiktion nie so real wie heute. Zwar sind Helden in der Gegenwart selten wie eh und je. Nicht aber die Kriegsführung per Joystick: Die Leichtigkeit des Raketenabschusses macht Schule, da sich der voreilig zum Friedensnobelpreisträger geadelte US-Präsident Barack Obama zu einem flächendeckenden Hightech-Krieg aus dem Hinterhalt entschlossen hat.

Seit 2004 sind Kampfdrohen der US-Luftwaffe in Pakistan, Somalia und dem Jemen über 400 Einsätze geflogen. Dabei kamen nach Angaben des Londoner Zentrums für Investigativen Journalismus mindestens 3.000 Menschen ums Leben. Darunter waren viele Zivilisten.

In erster Linie ist es Barack Obama, der die halbvirtuelle Tötungsorgie zu verantworten hat: Mehr als 90 Prozent der Drohnenattacken fielen in die Amtszeit des Demokraten – nicht in die seines Vorgängers George W. Bush, der in Europa als Kriegstreiber verschrien ist. Bush schickte mehr als 200.000 Soldaten in seinen "Krieg gegen den Terror". Obama zieht die Truppen wieder ab, da hohe Opferzahlen die Unterstützung für den Krieg schwinden lassen und die teuren Einsätze den Haushalt überstrapazieren.

Für Auslandseinsätze Deutschland will offenbar Kampfdrohnen anschaffen

Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge für künftige Auslandseinsätze zügig Kampfdrohnen anschaffen. Begründet werde dies mit den Einsatzerfahrungen der Bundeswehr im Ausland.

Eine US-Predator-Drohne fliegt über Kandahar in Südafghanistan. Quelle: dapd

Der Drohnen-Einsatz ist ökonomisch eindeutig gerechtfertigt: Vier Millionen Euro kostet eine einfache Kampfdrohne vom Typ "Predator", so viel wie ein Dutzend Soldaten mit vernünftigen Waffen. Ein Eurofighter aus dem Hause EADS schlägt mit über 100 Millionen Euro pro Stück zu Buche, Mengenrabatte vorausgesetzt. Drohnen machen Krieg zum Schnäppchen.

Die politische Argumentation ist komplizierter: Fast chirurgisch liefen die Angriffe ab, jubeln die Befürworter. Dagegen klagen Kritiker über eine unüberschaubare Zahl ziviler Opfer bei Attacken, wobei hierzu keine verlässlichen Daten bekannt sind. Mehr noch warnen die Skeptiker, dass mit der Entpersonalisierung des Krieges in der scheinbaren Virtualität die Hemmschwelle zu töten sinkt. So wie beim Computerspiel "Counterstrike", das gefühlt jeder zweite Amokläufer der vergangenen Jahre in seiner Freizeit gespielt hat.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%